DONEZK/LUHANSK (dpa-AFX) - Trotz eines in der Ukraine verhängten Impfverbots mit dem russischen Wirkstoff Sputnik V haben im Osten des Landes Impfungen mit dem Vakzin begonnen. In den von Separatisten kontrollierten Gebieten an der russischen Grenze hätten am Montag die ersten medizinischen Mitarbeiter, Beschäftigten sozialer Dienste und Vertreter von Sicherheitsorganen eine Impfung erhalten, berichteten Medien in der Ostukraine. Das Parlament in der Hauptstadt Kiew hatte dagegen erst vor wenigen Tagen Sputnik V verboten.

In den Separatisten-Gebieten hat es nach offizieller Statistik seit Beginn der Pandemie bislang etwas mehr als 22 000 Corona-Infektionen gegeben. Mehr als 2000 starben mit dem Virus. Beobachter gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus.

Eigenen Angaben nach leben rund 3,6 Millionen Menschen in den von den Aufständischen kontrollierten Gebieten Luhansk und Donezk. Infolge der Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und Einheiten der von Russland unterstützten Aufständischen sind UN-Schätzungen zufolge seit 2014 mehr als 13 000 Menschen getötet worden.

Kiew setzt dagegen auf westliche Impfstoffe. Die ersten Lieferungen werden Regierungsangaben zufolge in zwei Wochen erwartet. Einer Prognose des britischen Magazins "Economist" zufolge ist in der verarmten Ex-Sowjetrepublik nicht vor 2023 mit einer allgemeinen Verfügbarkeit von Impfmitteln zu rechnen./ast/DP/mis