Hypothek für 2021 / Kommentar zum Dax-Rekord von Christopher Kalbhenn

Frankfurt/M. (ots) - Nun hat es auch der Dax geschafft. Nachdem die Wall Street

schon seit geraumer Zeit von Rekordhoch zu Rekordhoch geeilt war und auch die

Nebenwerteindizes längst Höchststände erreicht hatten, hat der deutsche

Leitindex am ersten Handelstag nach Weihnachten seine Bestmarke von 13.795

Zählern vom zurückliegenden Februar überwunden und ist erstmals über die

Schwelle von 13.800 Punkten gestiegen. Zu verdanken ist das einem reichlich

gedeckten Gabentisch. Quasi in letzter Minute sind sich die EU und die britische

Regierung noch einig geworden und haben einen harten Brexit vermieden,

US-Präsident Donald Trump hat das zunächst von ihm abgelehnte Corona-Hilfspaket

doch noch durchgewunken.

Die Perspektiven für das kommende Jahr hellen sich zusehends auf. Der sich mit

dem Beginn der Impfkampagnen abzeichnenden Normalisierung des öffentlichen

Lebens und der Erholung der Wirtschaft droht nun keine Belastung durch die

Folgen eines chaotischen Austritts Großbritanniens aus der EU. Darüber hinaus

nimmt auch das Risiko von Störfeuern aus Washington ab, wenn Joe Biden das Ruder

übernimmt und das Polit-Chaos im Weißen Haus ein Ende findet. Dadurch wird der

Handelskonflikt zwar nicht beendet. Aber das Risiko einer für die Aktienmärkte

belastenden Eskalation wird deutlich reduziert, wenn in dem Streit verstärkt

wieder diplomatische Mittel zum Einsatz kommen.

In Kombination mit der ultraexpansiven Geldpolitik und dauerhaft sehr niedrigen

Zinsen ist die Grundlage für weitere Kursgewinne an den Aktienmärkten gelegt, so

dass es nur eine Frage der Zeit sein dürfte, wann der Dax die nicht mehr ferne

Schwelle von 14.000 Zählern durchbricht. Es steht sehr viel anlagensuchendes

Geld be­reit, und es mangelt angesichts des auf mehr als 18 Bill. Dollar

angeschwollenen Bergs negativ rentierender Anleihen an Alternativen zu

Dividendentiteln.

Durch die Hausse des vierten Quartals hat sich aber auch eine Hypothek für 2021

aufgebaut. Mit den stark gestiegenen Kursen und Bewertungen ist die Erholung der

Wirtschaft zu einem großen Teil vorweggenommen, was zu Lasten der erwartbaren

Performance geht. Das von Banken am häufigsten genannte Dax-Ziel liegt bei

14.000 Punkten. Damit müssten entweder die Prognosen verändert werden oder es

müsste konstatiert werden, dass mit dem Dax nicht mehr viel zu holen ist.

Derzeit spricht aber das Umfeld dafür, dass der Index eher Richtung 15.000

Punkte marschieren wird.

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