Aufwärtstrend im Consulting geht weiter

Bonn (ots) -

- V statt U: Schneller aus dem wirtschaftlichen Corona-Tief als erwartet

- Sanierungsberater melden besonders gute Geschäftslage und -aussichten

Der Geschäftsklimaindex im Consulting hat sich zum dritten Mal in Folge

verbessert. Der Indexwert stieg nach Mai (75,7) und Juni (84,3) auf 91,9 Punkte

im September. Die Aufwärtsentwicklung des Branchen-Indikators fiel dabei etwas

stärker als beim Index des ifo-Instituts aus. Besonders die Geschäftsaussichten

werden so gut bewertet wie seit März 2019 nicht mehr. Das ergibt die Auswertung

der vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) Ende September 2020

durchgeführten Branchenbefragung. Die Mehrheit der Consultingfirmen aller

Größenklassen bezeichnet die eigene aktuelle Geschäftslage als zufriedenstellend

oder gut. Günstigere Geschäftsaussichten im nächsten halben Jahr werden

ebenfalls in allen Größenklassen erwartet. Dabei äußern sich die größeren

Unternehmensberatungen besonders optimistisch. Im Vergleich fällt die

Einschätzung hinsichtlich Geschäftssituation und Geschäftsaussichten bei den

kleinen Unternehmensberatungen unter 250.000 Euro Umsatz merklich skeptischer

aus. Mit einem Sprung von 21 im Juni auf 43 im September ist der Indexwert bei

den Sanierungsberatern deutlich gestiegen. Auch die 6-Monats-Perspektive der

Restrukturierungsberater liegt über der durchschnittlichen Erwartung aller

abgefragten Beratungsfelder. BDU-Präsident Ralf Strehlau: "Die steigende

Nachfrage nach Sanierungsberatern zeigt, dass die corona-bedingte

Wirtschaftskrise an Fahrt gewinnt. Die umfangreichen Unterstützungspakete der

Bundesregierung für Unternehmen in der Krise hatten in den vergangenen Monaten

aufschiebende Wirkung. Jetzt gilt die Insolvenzantragspflicht für

zahlungsunfähige Firmen wieder und die erwartete Welle von

Restrukturierungsprojekten kommt damit ins Rollen."

Der Anteil der Unternehmen, die hingegen ihre aktuelle Situation als schlecht

beschreiben, ist in den Beratungsfeldern Human Resources Beratung (HR) und

Personalberatung, am höchsten. Zwar haben sich die Indexwerte im Vergleich zum

Juni etwas verbessert, aber die Geschäftslage bleibt weiterhin angespannter als

in den anderen Beratungsfeldern. In der HR-Beratung werden inzwischen

Beratungsinhalte wie Coaching oder

Trainings soweit wie möglich virtuell durchgeführt. Der notwendige Kontakt zu

den Auftraggebern und deren Mitarbeitern lässt sich aber nicht überall durch

digitale Formate ersetzen. Bei den Personalberatern sorgen die corona-bedingte

Vorsicht der Unternehmen bei Personaleinstellungen sowie die Zurückhaltung der

Kandidaten beim Jobwechsel in Krisenzeiten für herausfordernde

Rahmenbedingungen. Immerhin knapp 40 Prozent der Headhunter erwarten aber

günstigere Geschäftsaussichten im nächsten Halbjahr (ungünstiger: 23 %).

Weitere Ergebnisse der BDU-Geschäftsklima-Befragung: Die Unternehmensberatungen

melden bei Beratern und Backoffice-Kräften in den Consultingunternehmen

weiterhin stabile Mitarbeiterzahlen. Zusätzliches Personal haben zuletzt

Sanierungsberatungen und IT-Beratungen eingestellt. Aktuell befinden sich nur

zehn Prozent der Berater in Kurzarbeit. Zu Beginn der Corona-Krise hatte noch

rund ein Drittel der Consultingfirmen angegeben, Kurzarbeit-Regelungen nutzen

beziehungsweise vorsorglich anmelden zu wollen.

Hintergrund zur Geschäftsklima-Befragung

An der Online-Befragung "Geschäftsklima-Befragung Consulting" unter

Unternehmens- und Personalberatern im Zeitraum 18. September bis 28. September

2020 haben 645 Unternehmen aus der gesamten Consultingbranche teilgenommen. Das

Stimmungsbarometer für die Consultingbranche führt der BDU analog zur Methodik

des ifo-Instituts durch. Ergänzend werden Einschätzungen der Marktteilnehmer zu

aktuellen Zusatzthemen erhoben.

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