Personalberater wollen 2021 zweistellig wachsen (FOTO)

Bonn (ots) -

- 2020 ist Gesamtumsatz der Personalberatungsbranche infolge der Corona-Pandemie

um 8 Prozent auf 2,30 Milliarden Euro gesunken

- Headhunter konnten mehr Frauen bei den Kundenunternehmen platzieren

Die Corona-Auswirkungen haben im letzten Jahr auch die Geschäftsentwicklung der

Personalberatungsfirmen in Deutschland maßgeblich beeinflusst. Die schnell in

der Pandemie einsetzende Zurückhaltung vieler Kunden bei

Personalneueinstellungen, haben 2020 zu einem Umsatzrückgang in der

Headhunterbranche auf 2,3 Milliarden Euro (2019: 2,5 Milliarden Euro) geführt.

Dies entspricht einem Minus von acht Prozent. Erfreulich: Mit einem Anteil von

28,5 Prozent konnten merklich mehr Frauen bei den Kundenunternehmen platziert

werden (+ 10 %). Und: Bei 21 Prozent der RecruitingProjekte waren bei den

Kandidatinnen und Kandidaten umfangreichere, digitale Kenntnisse gefragt. In

diesem Jahr wollen die Personalberater schon wieder kraftvoll auf den

Wachstumspfad zurückkehren. Die Marktteilnehmer prognostizieren für 2021 ein

Umsatzplus von 15 Prozent. Das zeigen die Ergebnisse der Branchenstudie

"Personalberatung in Deutschland 2021", die der Bundesverband Deutscher

Unternehmensberater (BDU) heute in einem digitalen Pressegespräch vorgestellt

hat. BDU-Vizepräsident Wolfram Tröger: "Wie groß die Verunsicherung durch die

Corona-Pandemie zu Beginn war, unterstreicht auch der Verlauf der

vierteljährlichen Geschäftsklimabefragungen des BDU. Nach dem empfindlichen

Absturz des Index im März 2020 auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung

wurde das Niveau vom Jahresende 2019 bereits im September 2020 wieder erreicht.

Seitdem hat sich der Markt weiter erholt und liegt aktuell am Ende des zweiten

Quartals 2021 sogar auf einem höheren Niveau als vor der Pandemie."

In der im Juni 2021 durchgeführten BDU-Geschäftsklimabefragung unter

Personalberatern meldeten 42 Prozent, dass sie aktuell über ihren

Budgetplanungen liegen (derzeitig befriedigende Geschäftslage: 41 %). Bei den

Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate und damit bis Ende 2021 gehen

60 Prozent der Marktteilnehmer von einer weiteren Verbesserung aus (ungünstiger:

5 %). Die Headhunter erwarten für das laufende Jahr eine steigende Nachfrage aus

der gesamten Bandbreite der Kundenbranchen. Überdurchschnittliche

Wachstumsimpulse sollen aus den Branchen Chemie/Pharma (+ 16,9 %), Handel (+

16,2 %), Healthcare (+ 16,1 %) und Konsumgüterindustrie (+ 15,6 %) kommen. Dem

Stammgeschäft der Headhunter - der Suche, Auswahl und Gewinnung von

Führungskräften und Experten - kommt beim Wachstums-Comeback eine besondere

Bedeutung zu. Die Marktteilnehmer gehen von einem Wachstumsschub von 16,8

Prozent für dieses Beratungsfeld im Jahr 2021 aus. Im Vorjahr hatte dieses

Segment mit einem kräftigen Minus von 10,7 Prozent noch einen entscheidenden

Anteil am Umsatzrückgang in der Branche. Impulse für eine gute

Geschäftsentwicklung sollen parallel von den Beratungsfeldern Sonstige

HR-Beratung (+ 9,6 %) sowie Managementdiagnostik (+ 7,4 %) ausgehen.

Ohne digitale Prozesse ist die Personalsuche und -auswahl nicht mehr denkbar

Die Personalberatungsbranche hat sich durch die Corona-Pandemie erheblich

schneller digitalisiert, als das ohne deren vielfache Auswirkungen absehbar war.

Arne Adrian, Vorsitzender BDU-Fachverband Personalberatung: "Zum Beispiel

Videointerviews mit Kandidatinnen und Kandidaten sind heute und auch künftig

nicht mehr wegzudenken. Bei allen Beteiligten ist die länger vorherrschende

Skepsis deutlich gewichen. Gerade in der Vorauswahl-Phase kann viel zügiger,

effizienter und nachhaltiger agiert werden. Hinzu kommt, dass es dadurch viel

einfacher geworden ist, den Suchprozess grenzübergreifend auszuweiten." Durch

digitale und mobile Recruiting-Prozesse steigen aber gleichzeitig die

Anforderungen an die Unternehmen und ihre Berater, interne Prozesse auf den

Prüfstand zu stellen und Lösungen - zum Beispiel einen komplett mobil

durchstrukturierten Such- und Auswahlprozess - zu installieren. Weiterhin führen

die zunehmende Digitalisierung und agilere Unternehmensstrukturen zu erhöhten

Anforderungen bei Mitarbeitenden und somit zu völlig neuen Suchprofilen.

Eignungsdiagnostik wird immer wichtiger

Um trotz der weniger werdenden persönlich geführten Auswahlinterviews einen

hohen Qualitätsstandard im Suchprozess gewährleisten zu können, werden vor allem

bei der Besetzung von Führungspositionen vermehrt eignungsdiagnostische Tools

zur Pflicht. Das ist nicht zuletzt dort der Fall, wo persönliche Interviews

nicht mit der erforderlichen Intensität oder Häufigkeit durchgeführt werden

können. Und: Auch Führungskräfte müssen sich in den Social-Media-Kanälen mit

ihren Profilen gut positionieren. Das ist heute sowohl bei den Unternehmen als

auch bei den Personalberatern eine klare Erwartung.

Pressemitteilung unter: http://www.bdu.de/news/

Weitere Kennzahlen zur Personalberatung: 2020 waren in Deutschland rund 14.400

Mitarbeitende in der Personalberatungsbranche beschäftigt, davon 6.850 Berater

und ca. 4.000 Researcher. Insgesamt wurden im Jahr 2020 rund 65.500 Positionen

in Unternehmen und Organisationen durch die Unterstützung von Personalberatern

besetzt. Die durchschnittliche Besetzungsdauer hat 12 Wochen betragen. Im

Durchschnitt wurden in einem Such- und Auswahlprojekt 13 Auswahlinterviews mit

Kandidatinnen und Kandidaten geführt, davon wurden den Kunden 4-5 final

präsentiert. Die durchschnittliche Honorarhöhe der Headhunter lag bei 27 Prozent

am Zieleinkommen des neu eingestellten Mitarbeitenden.

Pressekontakt:

Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V.

Klaus Reiners // Pressesprecher

Joseph-Schumpeter-Allee 29, 53227 Bonn

T +49 (0) 228 9161-22 mailto:klaus.reiners@bdu.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/9562/4963328

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