BNP Paribas Real Estate veröffentlicht Zahlen zum

Hotel-Investmentmarkt im 1. Halbjahr 2020 / Durchschnittliches

Ergebnis auf dem Hotel-Investmentmarkt trotz Corona-Effekt

Frankfurt/Main (ots) - Nachdem der Hotel-Investmentmarkt einen fulminanten

Jahresstart hingelegt hat, kommen die Folgen der Corona-Epidemie im zweiten

Quartal stärker zum Tragen, als in jeder anderen Assetklasse. Lag der

Investmentumsatz im ersten Quartal noch bei etwa 1,1 Mrd. EUR, kamen im zweiten

Quartal nur noch knapp 279 Mio. EUR dazu, was das schlechteste Quartalsergebnis

seit Q2 2013 darstellt. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.

"Allerdings war in Anbetracht des fast vollkommenen Einbruchs des nationalen und

internationalen Tourismus- und Geschäftsreisemarktes infolge der globalen

Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie schon im Vorfeld mit einer

abwartenden Haltung seitens der Hotelinvestoren gerechnet worden. Insgesamt

liegt das Halbjahresergebnis mit knapp 1,4 Mrd. EUR im Schnitt der letzten zehn

Jahre, wobei der Portfolioanteil mit etwa 46 % ungewöhnlich hoch ausfällt. Dabei

ist zu berücksichtigen, dass über die Hälfte hiervon auf Hotels entfällt, die

Bestandteil der Übernahme der TLG durch Aroundtown sind", sagt Alexander

Trobitz, Head of Hotel Services der BNP Paribas Real Estate GmbH.

Immobilien AGs/Reits an der Spitze

Die bereits in den letzten Jahren relativ stark im Hotelsegment aktiven

Immobilien AGs/REITs haben ihren Marktanteil zur Jahresmitte weiter ausgebaut

und sich mit gut 31 % an die Spitze des Investorenrankings gesetzt. Getrieben

wurde diese Entwicklung wiederum in starkem Maße durch die TLG-Übernahme durch

Aroundtown. Auf zweistellige Umsatzanteile kommen darüber hinaus noch Investment

Manager (17,5 %) sowie die traditionell hotelaffinen Spezialfonds, die knapp 12

% zum Transaktionsvolumen beisteuern. Mit einer Vielzahl kleinerer Transaktionen

und einem Ergebnisanteil von fast 10 % machen sich auch private Anleger auf dem

Hotelmarkt durchaus bemerkbar. Für weitere 6 % des Resultats sind Pensionskassen

verantwortlich, während Projektentwickler und Family Offices jeweils etwa 5 %

Umsatzanteil verbuchen. Der Hotel-Investmentmarkt wird traditionell stark von

internationalen Anlegern geprägt. Zum Halbjahr 2020 erreichen ausländische

Investoren einen Marktanteil von gut 57 %, was den höchsten Wert seit 2014

darstellt und nicht zuletzt der angesprochenen Übernahme geschuldet ist. Mit

einem Investmentumsatz von 345 Mio. EUR haben sich Investoren aus dem Nahen

Osten an die Spitze der ausländischen Käufergruppen gesetzt, aber auch

europäische Anleger sind mit einem Transaktionsvolumen von insgesamt 331 Mio.

EUR stark in Erscheinung getreten.

A-Standorte behaupten sich auf hohem Niveau

Trotz der schwierigen Marktbedingungen konnten die deutschen A-Standorte ihr

Investmentvolumen im ersten Halbjahr 2020 mit gut 867 Mio. EUR auf hohem Niveau

stabilisieren (-3 %), wobei der Löwenanteil des Umsatzes auf das erste Quartal

entfällt und die großen Metropolen des Landes in besonderer Weise von dem hohen

Anteil an Portfolioverkäufen profitieren. Hierbei sticht vor allem Berlin

hervor, das nicht nur überproportional am TLG-Deal partizipiert hat, sondern mit

dem Verkauf des Nhow Hotels Berlin-Friedrichshain auch den größten Einzeldeal

des Jahres vorweisen kann. Damit kommt die Hauptstadt auf einen Gesamtumsatz von

fast 370 Mio. EUR, was ein Plus von satten 143 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum

darstellt. Auf Rang zwei folgt München, das seinen Umsatz mit rund 168 Mio. EUR

um starke 83 % steigern kann. Ein dreistelliges Ergebnis erreicht auch Hamburg

mit 106 Mio. EUR, womit das Q2-Ergebnis 2019 jedoch um ein Drittel verfehlt

wurde. Auch Frankfurt kommt mit einem Investmentvolumen von gut 90 Mio. EUR

nicht ganz an den Vorjahreswert heran (-20 %), während Köln mit 53 Mio. EUR

deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen muss (-77 %). Auch Stuttgart (45 Mio. EUR)

und Düsseldorf (36 Mio. EUR) liegen signifikant unterhalb der Vorjahreswerte.

Zwar entfällt auf Transaktionen im dreistelligen Millionenbereich mit 38 % der

mit Abstand größte Umsatzanteil, allerdings basiert diese Spitzenstellung

ausschließlich auf zwei großen Portfolioverkäufen. Bei den Einzeldeals ist

dagegen eine ausgeglichene Beteiligung aller übrigen Größenklassen zu

beobachten. Verkäufe zwischen 50 und 100 Mio. EUR machen knapp 20 % des

Ergebnisses aus, auch die Klasse zwischen 25 und 50 Mio. EUR steuert gut 18 %

bei. Bemerkenswert ist zudem der mit gut 17 % relativ hohe Anteil der

Hotel-Deals zwischen 10 bis 25 Mio. EUR, genauso wie die Tatsache, dass über 7 %

des Resultats auf Häuser bis zu 10 Mio. EUR entfällt. Dies unterstreicht, dass

die Käuferbasis trotz aller Widrigkeiten grundsätzlich sehr breit aufgestellt

ist.

Perspektiven

"Der starke Jahresauftakt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Hotelmarkt

durch die Corona-Krise stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Zwar haben die

Lockerungen der vergangenen Wochen auch bei den Hoteliers vereinzelt für

Aufatmen gesorgt. Die Auslastungszahlen sind jedoch noch immer weit vom

Vorkrisenniveau entfernt. Hier zeigt sich nach den umfangreichen Lockerungen

aber bereits wieder ein klarer Aufwärtstrend, von dem auch Hotel-Investments im

zweiten Halbjahr profitieren sollten. Wie auch in anderen Assetklassen dürfte in

der nächsten Zeit eine stärkere Berücksichtigung des Risikoprofils zu beobachten

sein. Vor allem erprobte Konzepte an Top-Standorten mit langfristigen

Mietverträgen werden aber weiterhin auf eine breite Investorennachfrage

treffen", fasst Alexander Trobitz die weiteren Aussichten zusammen.

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