BVR: Überarbeitete geldpolitische Strategie der EZB kann Ausstieg aus

der Negativzinspolitik beschleunigen

Berlin (ots) - Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

(BVR) begrüßt die heute verkündete Anpassung der geldpolitischen Strategie der

Europäischen Zentralbank (EZB). "Die von der EZB beschlossenen Maßnahmen dürften

zu einer geringfügigen Erhöhung der Inflationserwartungen beitragen. Dadurch

besteht die Chance, dass sich das Zeitfenster für den schon lange überfälligen

Ausstieg aus der Negativzinspolitik im Euroraum nach vorne verschiebt", erklärt

BVR-Chefvolkswirt Dr. Andreas Bley.

Der Wechsel vom ursprünglich gesetzten Ziel einer Inflation von unter, aber nahe

zwei Prozent zum symmetrischen Ziel von zwei Prozent erhöht die Transparenz der

Geldpolitik und vereinfacht die Bewertung geldpolitischer Entscheidungen. Aus

der künftig symmetrischen Bewertung von Über- und Unterschreitungen des

Inflationsziels dürfte ein leicht höherer erwarteter Preisauftrieb resultieren,

ohne dass die Verankerung der Inflationserwartungen auf einem niedrigen Niveau

in Frage gestellt wird.

Zudem soll nach Phasen mit Zentralbankzinsen in der Nähe der effektiven

Zinsuntergrenze - gemeint sind damit negative Zinsen in der aktuellen

Größenordnung - zukünftig vorübergehende Überschreitungen des Inflationsziels

von zwei Prozent geduldet werden. Dies kann zu höheren Inflationserwartungen

beitragen und den Ausstieg aus den Minuszinsen erleichtern. Allerdings ist die

EZB wenig präzise bezüglich der Dauer und des Ausmaßes der temporär geduldeten

erhöhten Inflation. "Keinesfalls darf eine dauerhafte Inflation oberhalb der

Marke von zwei Prozent hingenommen werden", so Bley weiter.

Den Plan, die Kosten selbstgenutzten Wohneigentums zukünftig im Harmonisierten

Verbraucherpreisindex (HVPI) zu berücksichtigen, begrüßt der BVR ebenfalls. Eine

bessere Berücksichtigung der tatsächlichen Wohnkosten dürfte die Akzeptanz des

Inflationsmaßes weiter erhöhen. Die Nichtberücksichtigung dieser Kosten hatte

den Auftrieb der Verbraucherpreise in den vergangenen Jahren nach unten

verzerrt.

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ken