Capgemini World Payments Report 2020: Wird COVID-19 das Ende der

Barzahlungen einläuten? (FOTO)

Berlin (ots) -

- Bargeldlose Zahlungen steigen weltweit um 14 Prozent

- Die Zahlungsverkehrslandschaft verändert sich durch einen Mix aus erhöhtem

Zahlungsvolumen, verändertem Verbraucherverhalten und größerem Risiko

Zahlungsverkehrsanbieter müssen sich selbst massiv weiterentwickeln, während sie

gleichzeitig größere Transaktionsvolumen abwickeln, größerem Wettbewerb und

erhöhten Risikofaktoren ausgesetzt sind. Während der Corona-Pandemie wurden

diese Entwicklungen weiter verstärkt, so die Erkenntnis des heute von Capgemini

(https://www.capgemini.com/de-de/) veröffentlichten World Payments Report 2020

(http://www.worldpaymentsreport.com/) .

"COVID-19 hat das Innovationstempo im Zahlungsverkehr beschleunigt. Mehr denn je

müssen Dienstleister aus diesem Bereich Schnelligkeit, Bequemlichkeit und ein

hervorragendes Kundenerlebnis von Anfang bis Ende in den Vordergrund stellen" ,

sagt Christian Drevenstedt, Experte für den Zahlungsverkehr bei Capgemini in

Deutschland. "Wir erleben derzeit, dass visionäre Banken und

Zahlungsverkehrsunternehmen ihren Fokus auf die Technologietransformation legen

und aktiv einen kollaborativen Ansatz verfolgen, indem sie sich mit agilen neuen

Akteuren zusammenschließen, um flexiblere Organisationen zu schaffen."

Bargeldlose Zahlungen auf Höchststand

Bereits vor dem Ausbruch der Pandemie erreichte das Transaktionsvolumen von

bargeldlosen Zahlungen Höchstwerte. Dieser Trend wird sich voraussichtlich

fortsetzten. Das Tempo jedoch, wird durch die zunehmende Abhängigkeit

bargeldloser Transaktionen von einer gleichzeitig gedämpften

Weltwirtschaftsentwicklung bestimmt. Die Studie geht davon aus, dass von 2019

bis 2023 die Anzahl der bargeldlosen Transaktionen weltweit durchschnittlich um

12 Prozent wachsen wird. Von 2018 bis 2019 stiegen diese Zahlungen um 14 Prozent

auf 708,5 Milliarden Transaktionen. Das ist die höchste Wachstumsrate, der

letzten zehn Jahren.

Der asiatisch-pazifische Raum übertraf Europa und Nordamerika mit seiner

Wachstumsrate von 24,7 Prozent und war 2019 die Region mit den meisten

bargeldlosen Transaktionen (243,6 Milliarden). Der Anstieg ist auf die

zunehmende Nutzung von Smartphones, den boomenden E-Commerce, die Einführung der

digitalen Geldbörse (sogenannte Wallets) und Innovationen im Bereich

Mobile-/QR-Code-Zahlungen zurückzuführen. Führend sind hier China, Indien und

anderen asiatische Märkte in Südostasien mit insgesamt 31,1 Prozent Wachstum.

Der Wettbewerb unter den Zahlungsverkehrsanbietern hat sich verstärkt

Kunden verzichten zunehmend auf Bargeld, während die Affinität zu digitalen

Zahlungen steigt. Neue Marktteilnehmer können schnell an Beliebtheit gewinnen.

Denn die Studienergebnisse zeigen, dass 30 Prozent der Verbraucher ein

BigTech[1] für Zahlungsdienste verwenden und 50 Prozent bereits eine Challenger

Bank[2] für einige Zahlungen nutzen. Darüber hinaus gaben im April 2020 mehr als

38 Prozent der befragten Verbraucher an, während des Lockdowns einen neuen

Zahlungsanbieter entdeckt zu haben. Internet-Banking und direkte

Kontoüberweisungen waren und sind noch immer die bevorzugten Zahlungsmethoden

während der globalen Pandemie, dies geben 68 Prozent der Teilnehmer der

Verbraucherumfrage an. An zweiter Stelle steht die kontaktlose (tap-to-pay)

Kartenzahlung, die 64 Prozent der Befragten häufig nutzen. Digitale Geldbörsen

(einschließlich QR-basierter Zahlungen) waren die bevorzugte Wahl von 48

Prozent.

Alternative Zahlungen wie zum Beispiel Mobile Payments, könnten den Boom des

bargeldlosen Zahlens weiter vorantreiben, da sich die Verbraucher mehr

Geschwindigkeit, Bequemlichkeit und ein besseres Kundenerlebnis wünschen. Die

Verwendung digitaler Geldbörsen wird erwartungsgemäß von 2,3 Milliarden Nutzer

im Jahr 2019 auf vier Milliarden im Jahr 2024 ansteigen - dies entspricht 50

Prozent der Weltbevölkerung. Unsichtbare Zahlungen oder automatisierte

Zahlungsprozesse, wie sie in den Geschäften von Amazon Go und Uber zu finden

sind, werden voraussichtlich zwischen 2017 und 2022 eine durchschnittliche

Wachstumsrate von 51 Prozent erreichen.

Während der Corona-Pandemie steigt die Gefahr krimineller Handlungen im

Zahlungsverkehr

Da der Markt weiterhin im Umbruch ist und immer mehr Zahlungsoptionen zur

Verfügung stehen, müssen sich Zahlungsverkehrsdienstleister mit erhöhten Risiken

in verschiedenen Bereichen auseinandersetzen. Konkret sind Branchenexperten der

Meinung, dass sie Gefahren aus den Bereichen Cybersecurity (42 Prozent),

Regulatorik (37 Prozent), Betrieb (35 Prozent) und Business (30 Prozent)

ausgesetzt sind. Die Verwundbarkeit durch Cyber-Angriffe schätzen 87 Prozent der

Führungskräfte aus diesem Bereich mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ein. Grund

dafür sind Kriminelle, die Schwachstellen ausnutzen, die durch den COVID-19

Lockdown deutlich wurden. Dadurch steigt das Risiko von Cyberangriffen,

Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Um die Gefahr zu mindern, setzen

Zahlungsverkehrsunternehmen vermehrt technologische Mittel ein.

Für das Finanzmanagement in Unternehmen (Treasury), welches sich mit der

Steuerung von Zahlungsströmen befasst, hat die Pandemie zahlreiche

Herausforderungen mit sich gebracht. Hier werden vermehrt digitale Technologien

zur Verminderung des Gegenparteirisikos, für Konnektivitätslösungen, zur

Zahlungsautomatisierung und für mehr Cybersicherheit in Betracht gezogen. Die

Treasury sucht nun bei ihren Bank- und Zahlungsverkehrsunternehmen nach einer

verbesserten API-Integration, Risikomanagement sowie Zahlungen und Verfolgung in

Echtzeit.

Während die Führungskräfte der Banken die für den Kunden sichtbaren Innovationen

(79 Prozent) und die digitale Transformation (75 Prozent) als die wichtigsten

Treiber ihrer strategischen Initiativen für 2020 und darüber hinaus ansehen,

erscheint die Transformation des Zahlungsverkehrs unvermeidlich. Die

Zusammenarbeit als Teil dieser Transformation kann bei pandemiebedingter

Unsicherheit helfen, da sich die Regulierungsbehörden auf die Bewältigung von

Risiken konzentrieren, insbesondere bei bargeldlosen Zahlungen. Banken verfolgen

zwei verschiedene Wege, um ein schlankeres und agileres Backend zu erreichen,

das mit einem digitalen Front-End Schritt halten kann: Entweder entwickeln sie

selbst interne Fähigkeiten oder arbeiten mit agilen digitalen neuen Akteuren

zusammen. Neben der Entwicklung interner Fähigkeiten sind 60 Prozent der

Führungskräfte von Banken der Meinung, dass die Zusammenarbeit mit Dritten in

der gesamten Wertschöpfungskette ihnen dabei helfen wird, ihre

ökosystembasierten Angebote zu erweitern.

Methodik der Studie

Der diesjährige World Payments Report bietet Einblicke in 44

Zahlungsverkehrsmärkte in verschiedenen geografischen Regionen. Für die

weltweite Makrosicht wurden sechs Regionen definiert: Europa, Nordamerika,

entwickelter asiatisch-pazifischer Raum, aufstrebender asiatischer Raum,

Lateinamerika und Mittlerer Osten Afrika (MEA), gruppiert nach Kriterien der

Geografie, der Entwicklung der Wirtschaft sowie des bargeldlosen

Zahlungsverkehrs. Mehr als 8.600 Verbraucher nahmen an der

Voice-of-the-Consumer-Umfrage teil. Eine zusätzliche Online-Umfrage bei Banken,

Fintechs, Zahlungsverkehrsdienstleistern lieferte Daten von 235 Befragten.

Außerdem wurden 45 Führungskräfteinterviews mit Banken, Zahlungsfirmen,

Kartenunternehmen wie Visa oder Mastercard, Technologiedienstleistern und

Einzelhändlern durchgeführt.

Über Capgemini

Capgemini ist einer der weltweit führenden Anbieter von Management- und

IT-Beratung, Digitaler Transformation sowie Technologie- und

Ingenieursdienstleistungen. Als ein Wegbereiter für Innovation unterstützt das

Unternehmen seine Kunden bei deren komplexen Herausforderungen rund um Cloud,

Digital und Plattformen. Auf dem Fundament von mehr als 50 Jahren Erfahrung und

umfangreichem branchenspezifischen Know-how hilft Capgemini seinen Kunden, ihre

Geschäftsziele zu erreichen. Hierfür steht ein komplettes Leistungsspektrum von

der Strategieentwicklung bis zum Geschäftsbetrieb zur Verfügung. Capgemini ist

überzeugt davon, dass der geschäftliche Wert von Technologie durch Menschen

entsteht, und agiert als ein multikulturelles Unternehmen mit 270.000

Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeitern in fast 50 Ländern. Einschließlich Altran

beläuft sich der Umsatz für das Jahr 2019 auf 17 Milliarden Euro.

Mehr unter http://www.capgemini.com/de . People matter, results count.

[1] Die Studie definiert BigTechs als große, multinationale Technologiefirmen

wie Google, Amazon, Facebook, Apple, Alibaba usw.

[2] Challenger-Banken werden definiert als neu gegründete Banken, die über ein

eigenes Kernbankensystem verfügen und in direktem Wettbewerb mit den

alteingesessenen Banken stehen, manchmal durch Spezialisierung auf Bereiche, die

von den größeren Banken unterversorgt werden. Beispiele sind NuBank, Chime und

Monzo oder in Deutschland N26.

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Barbara Schaffrath

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