Polen: Unternehmen müssen früher zahlen / Dauer von

Zahlungsverzögerungen während der Pandemie rückläufig

Mainz (ots) - Die jüngste Umfrage des Kreditversicherers Coface zu den

Zahlungserfahrungen von Unternehmen in Polen zeigt, dass sich im Jahr 2020 die

Zahlungsfristen im Vergleich zum Vorjahr um 7,3 Tage auf 39,7 Tage verkürzt

haben. Zahlungsverzögerungen bleiben in Polen auch während der Corona-Krise

gängige Praxis: Nur 2,4% der befragten Unternehmen gaben an, dass sie im

vergangenen Jahr keine Zahlungsverzögerungen erlebt haben.

Zahlungsfristen: Unternehmen wollen ihr Geld früher

Kurze Kreditlaufzeiten dominieren die polnische Unternehmenslandschaft: 54% der

befragten Unternehmen bitten ihre Kunden innerhalb von bis zu 30 Tagen zur

Kasse. Die durchschnittliche Zahlungsfrist sank um 7,3 Tage - von 47,0 Tagen im

Jahr 2019 auf 39,7 Tage im Jahr 2020. Die restriktivsten Branchen mit kurzen

Zahlungsfristen von bis zu 30 Tagen sind Textil-Bekleidung (80%), Automobil

(79%), Agrar- und Lebensmittel (75%) und Energie (69%). Zu den Sektoren, die am

großzügigsten sind, gehören neben dem Baugewerbe (27% mit Kreditlaufzeiten von

mehr als 90 Tagen) die Metallindustrie (17%) und der Transportsektor (15%).

Lediglich der Chemiesektor meldete eine Verlängerung der Zahlungsfristen im

Vergleich zur letzten Umfrage.

Zahlungsverzögerungen: in allen Branchen, aber kürzer

Zahlungsverzögerungen bleiben in Polen gang und gäbe. Nur 2,4% der befragten

Unternehmen erklärten, dass sie 2020 keine Zahlungsverzögerungen erlebt haben.

Im Jahr zuvor waren es 1,7%. Die durchschnittliche Überziehung erreichte 48

Tage, was jedoch über 9 Tage kürzer ist als bei der Umfrage im Jahr 2019. "Ein

Grund hierfür sind die umfangreichen staatlichen Maßnahmen zur Stabilisierung

der Wirtschaft, die sich positiv auf die Liquidität der Unternehmen ausgewirkt

haben", sagt Grzegorz Sielewicz, Coface-Volkswirt für Zentral- und Osteuropa.

Von den befragten Unternehmen gab über die Hälfte (57%) an, bereits staatliche

Hilfen wie Steuerbefreiungen, Darlehen oder Kurzarbeitergeld in Anspruch

genommen zu haben.

Alle Branchen meldeten geringere Verzögerungen im Vergleich zu 2019. Die größte

Verbesserung verzeichnete der Transportsektor mit einem Rückgang um 44 Tage auf

durchschnittlich 77,7 Tage. Die längsten Zahlungsverzögerungen verzeichneten der

Energiesektor und das Baugewerbe mit durchschnittlich 80,5 Tagen bzw. 78,9

Tagen.

Über die Umfrage

Die fünfte Ausgabe der Coface-Studie zu Zahlungserfahrungen von Unternehmen in

Polen wurde im November 2020 durchgeführt, 330 Unternehmen nahmen an der

Befragung teil. Zu dieser Zeit wurde Polen von einer zweiten Welle der

COVID-19-Pandemie getroffen - mit einer deutlich höheren Anzahl von Infektionen

als bei der ersten Welle im Frühjahr. Laut vorläufigen Daten sank das BIP in

Polen im vergangenen Jahr um 2,8% und sollte sich 2021 laut der Prognose von

Coface erholen und 4,0% erreichen.

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