Brexit könnte britische Exporteure 25 Mrd. Pfund kosten - vollständige

Erholung erst 2023

Hamburg (ots) -

- Britische Exporteure könnten nach dem Brexit im Jahr 2021 bis zu zwischen

12-25 Mrd. Pfund an Handelsvolumen verlieren

- EU-Exporteure könnten 2021 rund 10 Mrd. EUR verlieren

- Britische Wirtschaft wird im 1. Quartal um 5,5% q/q einbrechen und sich im

Gesamtjahr 2021 erholen mit +2,5% Wachstum bei BIP, vollständige Erholung

frühestens 2023 erwartet

- Sorgen um die Lieferkette in Großbritannien überbewertet, viele Unternehmen

suchen bereits nach lokalen Alternativen; Preise für importabhängige Branchen

wie Automobilbranche und Pharmaindustrie dürften allerdings steigen

Großbritanniens Exporteure könnten durch den Brexit im Jahr 2021 Umsatzeinbußen

zwischen 12 und 25 Milliarden Pfund erleiden (13,5 bis 27,3 Milliarden Euro). Zu

diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie des weltweit führenden

Kreditversicherers Euler Hermes. Gründe sind laut Studie die schwache Nachfrage,

zunehmende Bürokratie und die Abwertung des britischen Pfunds (-3% Prognose für

2021). Die Sektoren Mineral- und Metallprodukte, Maschinen und Elektrogeräte,

Transportausrüstung, Chemikalien und Textilien dürften am stärksten betroffen

sein.

"Wie erwartet, haben die EU und Großbritannien in letzter Minute einen

Kompromiss zum Brexit erzielt", sagt Ana Boata, Leiterin Makroökonomie bei der

Euler Hermes Gruppe. "Der Deal ist jedoch bei weitem nicht vollständig und

bringt für die Briten aufgrund der fehlenden Vorbereitungszeit eine

Übergangsfrist mit sich. Für britische Exporteure hat die anhaltende

Ungewissheit seit Anfang des Jahres zu einigen Störungen an den Grenzen geführt,

weshalb viele kleinere Unternehmen den Handel vorerst aussetzen. Etwa jeder

fünfte Lastkraftwagen wird an den Kanalübergängen abgewiesen, teilweise wegen

des Brexit-Papierkrams."

Eher trübe Aussichten: Rezession in Großbritannien in Q1, Gesamtjahr BIP

Wachstum bei 2,5%

Die Aussichten in Großbritannien sind aktuell eher trüb: Im 1. Quartal dürfte

das BIP durch Covid um -5,5% im Vergleich zum vorherigen Quartal einbrechen und

das Vereinte Königreich in eine erneute Rezession stürzen. Insgesamt dürfte das

Wachstum für das Gesamtjahr 2021 durch Pandemie und Übergangsfrist sehr

verhalten bleiben mit einem Plus von 2,5% beim BIP, bevor es 2022 um

voraussichtlich 7% zulegen dürfte. Das bedeutet aber auch, dass die britische

Wirtschaft frühestens 2023 wieder das Vorkrisenniveau erreichen wird.

Für die EU-Exporte nach Großbritannien hatte Euler Hermes ursprünglich Einbußen

im Wert von bis zu 18 Mrd. EUR prognostiziert im ersten Jahr nach dem Brexit.

Übergangsfrist schafft Planungssicherheit und halbiert Exportverluste in

EU-Staaten

"Die sechsmonatige Übergangsfrist und damit die Planbarkeit sind die halbe Miete

für die hiesigen Unternehmen", sagt Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in

Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Dadurch könnten sich die

Exportverluste in der EU auf weniger als 10 Mrd. EUR nahezu halbieren - auch

wenn Deutschland mit Exportverlusten von rund 2 Mrd. EUR weiterhin am stärksten

betroffen ist."

In den Niederlanden dürften sich die Exportverluste nach Großbritannien auf 1,2

Mrd. EUR belaufen, in Frankreich auf 0,9 Mrd. EUR, in Belgien auf 0,7 Mrd. EUR

und in Italien auf 0,6 Mrd. EUR.

"Das Abkommen ist zwar vorteilhafter als andere Freihandelsabkommen, da es

Zollfreiheit für Waren bietet", sagt Boata. "Allerdings könnten die

nichttarifären Handelshemmnisse [1] aufgrund des Ausstiegs aus der Zollunion

deutlich zunehmen. Industrien wie Finanzdienstleistungen warten außerdem noch

auf einen 'Äquivalenzstatus' von der EU, was länger als die geplanten sechs

Monate dauern könnte."

Risiko für Lieferketten überbewertet - aber steigende Preise in importabhängigen

Branchen

Britischen Exporteuren stehen also große Herausforderungen bevor. Die Sorge,

dass Lieferketten unterbrochen werden könnten, ist allerdings voraussichtlich

weniger begründet als bisher angenommen - vor allem aufgrund der Pandemie. Eine

kürzlich von Euler Hermes durchgeführte Umfrage zu Lieferketten ergab, dass

britische Unternehmen bereits versuchen, ihre Lieferkette näher an das

Heimatland zu verlagern. Mehr als ein Drittel (35%) sucht nach inländischen

Lieferanten - eine deutlich höhere Quote als in EU-Ländern wie Frankreich,

Deutschland und Italien.

Unternehmen in importabhängigen Branchen wie der Automobil- und Pharmaindustrie

müssen jedoch damit rechnen, dass die Kosten für Komponenten um bis zu 5%

steigen werden, sobald die neue Übergangsfrist im Sommer endet.

[1] Nichttarifäre Handelshemmnisse sind indirekte protektionistische Maßnahmen

der Außenhandelsbeschränkung, die nicht Zölle, Abschöpfungen oder

Exportsubventionen sind. Sie erschweren den Marktzugang ausländischer Anbieter,

Darunter fallen z.B. technische Vorschriften oder Normen,

Bürokratieanforderungen wie etwa Anmeldeformalitäten für Importe oder aber

technische Qualitätsanforderungen an Produkte, Import- und Exportverbote,

mengenmäßige Beschränkungen, Importquoten etc.

Die vollständige Studie "Brexit in times of Covid-19" finden Sie hier:

https://ots.de/ccz72Z

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