Entbürokratisierung bei Wertpapierordern war überfällig / GVB begrüßt

EU-Vorschläge zu Vereinfachungen im Wertpapierhandel

München (ots) - Heute hat die EU-Kommission Vorschläge für kurzfristige

Erleichterungen im Wertpapierhandel präsentiert, um die wirtschaftliche Erholung

Europas zu unterstützen. Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) wertet die

vorgeschlagenen Veränderungen als "überfälligen Schritt zur Entbürokratisierung

im Wertpapiergeschäft".

Mit dem Gesetzesvorschlag erhalten Bankkunden künftig die Wahl, ob sie bei

telefonischen Wertpapierbestellungen die Kosteninformationen zu den jeweiligen

Wertpapieren vorab schriftlich bekommen möchten oder ob sie lieber die Order

schnell abwickeln und die Informationen erst im Nachgang erhalten. Bislang waren

die Banken verpflichtet, die Kosteninformationen vorab zu senden. "Die

EU-Kommission hat erkannt, dass sie den Verbrauchern keinen Dienst erweist, wenn

sie Telefongeschäfte durch unnötige Vorschriften erschwert. Viele Kunden

empfinden die starren Vorschriften als Ärgernis. In den vergangenen Monaten ist

das nochmals deutlich geworden. Die nun getroffene Neuregelung hilft Kunden und

Banken, sich auf Beratung statt auf Papierkram zu konzentrieren", kommentierte

Jürgen Gros, Präsident des GVB, den Vorschlag aus Brüssel.

Seit der Einführung der Finanzmarktrichtlinie MiFID II im Januar 2018 hatte der

GVB darauf gedrängt, die Vorschriften praxistauglicher zu gestalten. "Es ist

begrüßenswert, dass die Kommission Maßnahmen korrigiert, die sich als

unpraktikabel erwiesen haben", betonte Jürgen Gros. "Wahlfreiheit statt

Bevormundung, das sollte auch die Richtschnur für die weitere Reform von MiFID

II sein." Kunden sollten beispielweise auch die Möglichkeit erhalten, der

Aufzeichnung von telefonischen Beratungsgesprächen zu widersprechen. Eine

Änderung an dieser Vorgabe ist nicht Teil der jetzt kurzfristig geplanten

Maßnahmen, wird aber von der Kommission überprüft. Sie könnte in die

grundlegende Reform der MiFID II-Richtlinie einfließen, die nach aktuellen

Plänen für Herbst 2020 vorgesehen ist.

Der Genossenschaftsverband Bayern e.V. (GVB) vertritt seit mehr als 125 Jahren

die Interessen bayerischer Genossenschaften. Zu seinen 1.212 Mitgliedern zählen

227 Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie 985 Unternehmen aus Branchen wie

Landwirtschaft, Energie, Handel, Handwerk und Dienstleistungen. Sie bilden mit

rund 50.000 Beschäftigten und 2,9 Millionen Anteilseignern eine der größten

mittelständischen Wirtschaftsorganisationen im Freistaat. (Stand: 31.12.2019)

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