Extrem Links oder Rechts - doch einschneidende Veränderungen sind

nicht absehbar / Präsidentschaftswahlen in Peru am 6. Juni

Berlin, Bonn (ots) - In Peru wird an diesem Sonntag ein neuer Präsident bzw.

eine neue Präsidentin gewählt. Zur Stichwahl treten Keiko Fujimori der rechten

Partei Fuerza Popular (FP) und Pedro Castillo der linken Partei Perú Libre (PL)

an. Während Fujimori, Tochter des Ex-Präsidenten Alberto Fujimori, für

marktfreundliche Reformen wie beispielsweise ein vereinfachtes Steuersystem und

ein Zurückfahren der staatlichen Regulierungen steht, will Pedro Castillo

Verstaatlichungen vorantreiben und stellt die bisher geschlossenen

Freihandelsabkommen infrage. Beide Kandidaten polarisieren und haben keine

Mehrheit im mächtigen und eher konservativen Kongress.

"Deswegen ist kaum anzunehmen, dass beispielsweise Pedro Castillo seine linke

Agenda durchsetzen kann. Auch Keiko Fujimori wird kaum Koalitionspartner finden.

Weitreichende Veränderungen sind in Anbetracht dieser Situation also nicht zu

erwarten. Experten gehen zudem davon aus, dass beide potentiellen

Regierungschefs von Anfang an auch mit Impeachment-Verfahren seitens der

Opposition rechnen müssen. Fujimori wegen angeblicher Korruption und Castillo

wegen seiner geplanten Verfassungsänderung", erklärt Edwin Schuh, Peru-Experte

von Germany Trade & Invest (GTAI). Bereits gegen die beiden Vorgängerpräsidenten

wurden Impeachments durchgeführt - in Peru also absolut üblich. Edwin Schuh

weiter: "Ein positiver Wahlausgang im Sinne einer stabilen und wirklich

handlungsfähigen Regierung ist daher kaum zu erwarten. Glücklicherweise

entwickelt sich in Peru die Wirtschaft erfahrungsgemäß losgekoppelt von der

politischen Lage."

Trotz dieser Aussichten erwartet Goldman Sachs für den Andenstaat in diesem Jahr

ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) in Höhe von 12,5 Prozent und damit

das größte Wirtschaftswachstum in Lateinamerika. Grund dafür ist auch das

historische Hoch des Kupferpreises, das durch den weltweiten Ausbau der

Elektromobilität getrieben und voraussichtlich länger anhalten wird. Peru ist

hinter Chile der zweitwichtigste Kupferproduzent der Welt und gehört so zu den

Gewinnern des Kupfer-Hochs. Es ist deswegen davon auszugehen, dass

Bergbaukonzerne massiv in den Bergbau investieren wird. Das sind gute

Nachrichten - auch für die deutsche Wirtschaft. Denn zu den wichtigsten

Exportgütern Deutschlands nach Peru gehören Maschinen und chemische Erzeugnisse,

die beide auch im Bergbau benötigt werden.

2020 sind die deutschen Exporte coronabedingt um 18,7 Prozent eingebrochen, dies

gelte es erst einmal wieder wettzumachen, so Edwin Schuh: "Trotz der immer noch

in Peru grassierenden Coronapandemie und der schwierigen politischen Lage sind

Experten trotzdem optimistisch. So lag die Wirtschaft im März 2021 rund 18,2

Prozent über dem Niveau im März des vergangenen Jahres - dem ersten Monat der

Pandemie in Peru. Und das, obwohl das Impfprogramm derzeit nur langsam

vorankommt. Sobald spätestens 2022 große Teile der Bevölkerung geimpft sind und

auch die ausländischen Touristen wieder in das Land strömen, dürfte die

Wirtschaft weiter expandieren."

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