Vor dem nächsten Boom steht viel politische Unsicherheit /

Parlamentswahlen in Äthiopien

Berlin, Bonn (GTAI) (ots) - Nach mehrfacher Verschiebung des Termins blickt

Äthiopien nun auf den 21. Juni 2021 als neues Datum für die Parlamentswahlen -

allerdings mit Einschränkungen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet,

wird in 78 der insgesamt 547 Wahlkreise vorerst gar nicht gewählt: In

Konfliktregionen wie Tigray kann der Urnengang aus Sicherheitsgründen nicht

stattfinden.

In der Region Subsahara-Afrika gilt Äthiopien als wirtschaftlicher

Musterschüler. Seit vielen Jahren glänzt das Land in Ostafrika mit hohen

Wachstumszahlen - zu denen es schon nächstes Jahr zurückkehren soll. Das

prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF), nachdem Corona das

Wachstum bisher eher leicht abgeschwächt hat. In diesem Jahr könnte die

Wirtschaft des Landes trotz Coronakrise um vier Prozent wachsen.

Die Unternehmen vor Ort setzen auf eine Fortsetzung und Festigung der

Wirtschaftsreformen: "Davor steht allerdings eine Bestätigung und Legitimierung

des nicht unumstrittenen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed", sagt Ulrich Binkert

von Germany Trade & Invest (GTAI) in Bonn. "Seine Partei wird die Wahlen nach

allgemeiner Erwartung wohl gewinnen. Bis dahin dürfte wenig vorangehen beim

schleppenden Prozess der Privatisierung oder der weiteren Öffnung von Branchen,"

so Binkert weiter. Die Sorge vor Instabilität nach dem Urnengang herrsche

offenbar gerade bei europäischen Unternehmen, während Firmen aus China, der

Türkei und den Emiraten auch weiterhin neue Projekte angingen. Die zunehmende

Staatsverschuldung dürfte Kredite jedoch knapper machen und staatliche Ausgaben

zumindest bremsen.

Die gesamtwirtschaftlichen Investitionen wachsen nach einem scharfen Einbruch

2020 voraussichtlich wieder zweistellig. Ob bei Lebensmitteln, Gesundheit,

Transport oder Unterhaltung - überall wollen Investoren die großen

Nachfragepotenziale Äthiopiens nutzen. Auch bei Konsumgütern gibt es in

Äthiopien viele Marktchancen. Das Land mit der zweitgrößten Bevölkerung Afrikas

hat fast überall großen Nachholbedarf.

Die Coronakrise hat die deutschen Exporte nach Äthiopien stark gebremst. In den

ersten zwölf Monaten der Pandemie bis Februar 2021 sanken sie im

Vorjahresvergleich laut Eurostat um 24 Prozent. Dennoch ergeben sich mit dem

anstehenden Auf- und Ausbau der Industrie und Infrastruktur in vielen Sektoren

auch für deutsche Unternehmen Absatzpotenziale.

Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Länderseite zu Äthiopien

(https://www.gtai.de/gtai-de/trade/weltkarte/afrika/aethiopien-117998)

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