Erneut erhöhte Stellenangebote zeigen Bodenbildung - vbw befürwortet

Verlängerung der Regelungen zum Kurzarbeitergeld

München (ots) - "Die gegenüber dem Vormonat gleichgebliebene Arbeitslosenquote

von 3,9 Prozent im Juli am bayerischen Arbeitsmarkt zeigt eine Bodenbildung .

Diese wird auch deutlich durch den dritten Anstieg in Folge bei der Zahl an

Stellenangeboten , wenngleich auf niedrigem Niveau . Es wurden im Juli rund

21.000 neue Angebote in Bayern gemeldet, das sind nochmals 22 Prozent mehr als

im Juni", sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw - Vereinigung

der Bayerischen Wirtschaft e. V. anlässlich der Vorstellung der Juli-Zahlen vom

Arbeitsmarkt durch die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit.

Die vbw wertet die gestiegene Zahl an Stellenangeboten als Vorboten , dass das

Wirtschaftsgeschehen wieder in Gang kommt . Doch Brossardt warnt: "Nachhaltig

ist das noch nicht. Corona hat den bayerischen Arbeitsmarkt weiter fest im

Griff. Eine schnelle Arbeitsmarkterholung ist nicht zu erwarten, Kurzarbeit und

staatliche Maßnahmen verhindern derzeit Schlimmeres. Eine zweite Corona-Welle

mit entsprechend einschneidenden staatlichen Maßnahmen kann die aufkeimende

Hoffnung jederzeit zunichte machen. Daher sind die Maßnahmen der Bayerischen

Staatsregierung zur Eindämmung von Infektionen weiterhin richtig und notwendig."

Die vbw weist darauf hin, dass die Unternehmen weiterhin das Instrument der

Kurzarbeit nutzen, um Mitarbeiter im Betrieb zu halten. Sie fordert daher eine

mögliche Verlängerung der Kurzarbeitergeld-Sonderregeln bis Ende 2021. Brossardt

warnt aber vor einer Koppelung der Kurzarbeit an Weiterbildungsmaßnahmen:

"Weiterbildung kann für Betriebe sinnvoll sein und ist aufgrund der

Fördermöglichkeiten durch die Bundesagentur für Arbeit attraktiv. Eine Pflicht

zur Qualifizierung als Anspruchsvoraussetzung für den verlängerten Zugang zum

Kurzarbeitergeld, wie sie Bundesarbeitsminister Heil vorschlägt, ist allerdings

abzulehnen. Das wäre eine weitere Belastung für die Unternehmen. Weiterbildung

muss bedarfsgerecht erfolgen und nicht mit der Gießkanne."

Um den Wiederaufbau zu beschleunigen, fordert die vbw, auf alles zu verzichten,

was die Unternehmen belastet: "Zu einem solchen Belastungsmoratorium gehört vor

allem, auf jegliche Steuererhöhungen zu verzichten, bürokratische Hemmnisse

abzubauen und keine neue Hürden für den Arbeitsmarkt zu errichten, wie zum

Beispiel durch die Verschärfung der Befristungsregeln für Unternehmen", sagte

Brossardt.

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