Exporte sinken drittes Jahr in Folge - Brossardt: "Wohlstandsniveau in

Gefahr"

München (ots) - Die vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. bewertet

die heute veröffentlichten bayerischen Exportzahlen für das Jahr 2020 wie folgt:

"Der Exportrückgang beträgt 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist das

dritte Jahr in Folge, in dem die Exporte des Freistaats sinken. Damit setzt sich

der beunruhigende Trend weiter fort, der nicht nur auf die Rezession und die

Corona-Pandemie zurückzuführen ist, sondern auch auf unser im internationalen

Vergleich hohes Kostenniveau . Wir brauchen eine Kostenpause und müssen die

Unternehmen entlasten. Ansonsten verlieren wir weiter Marktanteile an unsere

Konkurrenten. Hier ist auch der Tarifpartner gefragt, das langfristige

Kostenniveau auf ein international wettbewerbsfähiges Maß zurückzuführen.

Verdanken wir doch insbesondere dem starken Außenhandelsgeschäft bayerischer

Unternehmen unseren Wohlstand." So sanken die Ausfuhren im Maschinenbau um 13,1

Prozent und im Automobilbereich um 24,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt weiter: "Erschreckend ist der

Exportrückgang in die USA, unseren wichtigsten bayerischen Exportmarkt, mit 19,3

Prozent. Die Ausfuhren in unseren zweitgrößten Auslandsmarkt China sind im

Jahresdurchschnitt um 6,4 Prozent gesunken. In den letzten Monaten lagen sie

aber wieder im Plus, wodurch ein noch größerer Exporteinbruch in Bayern

verhindert wurde. In die Eurozone , in die gut 35 Prozent der bayerischen

Ausfuhren gehen, wurde 11,4 Prozent weniger exportiert. Die Exporte nach

Großbritannien lagen - auch Brexit-bedingt - mit minus 18 Prozent fast ein

Fünftel niedriger. All dies ist dramatisch. Ein Rückgang bedeutet automatisch

weniger Wohlstand und damit schlussendlich auch weniger Beschäftigung . Das gilt

es unter allen Umständen zu vermeiden. Wir müssen handeln: auf politischer Ebene

genauso wie auf tariflicher."

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