Allensbach-Studie zum Bezahlen in Deutschland / Die geteilte

"Bezahlrepublik" Deutschland: Die jüngeren Generationen haben sich

längst vom Bargeld verabschiedet (FOTO)

Berlin (ots) - Beim Bezahlen gilt Deutschland für viele noch als Bargeldland.

Doch im heutigen Alltag wird deutlich, dass die Karte das Bezahlverhalten der

meisten Bürgerinnen und Bürger dominiert. Gerade die Generationen unter 60

Jahren sind längst auf die Karte umgestiegen. Mehr als die Hälfte (53 Prozent)

der 16- bis 59-Jährigen geben an, am liebsten mit einer Karte, z. B. der

girocard und/oder dem Smartphone zu bezahlen. Bei den über 60-Jährigen sind es

lediglich 24 Prozent. Scheine und Münzen sind in dieser Generation noch immer

fest verhaftet: Drei Viertel (75 Prozent) von ihnen zahlen am liebsten nach wie

vor in bar. Die Befragten unter 60 Jahren bevorzugen zu 45 Prozent das Bargeld.

Das zeigt die aktuelle repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie

Allensbach (IfD) im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. unter

1.074 Personen.

Zwischen Tradition und Innovation - die Jüngeren weiter auf Kurs, die Älteren

ziehen nach

Das Bezahlverhalten an der Kasse ist zwischen den Generationen noch immer

zweigeteilt. Doch auch bei den über 60-Jährigen ist der Wandel hin zur Karte

bereits zu erkennen. Ein Blick zurück offenbart, dass immer mehr Menschen dieser

Altersgruppe heute deutlich lieber die Karte zücken: Gaben 2018 noch 12 Prozent

der über 60-Jährigen an, präferiert mit Karte zu zahlen, sind es heute bereits

doppelt so viele. Ein Trend, der sich in den kommenden Jahren weiter fortsetzen

wird.

Wenn es um neue digitale Technologien geht, sind - wenig überraschend - vor

allem die 16- bis 29-Jährigen innovationsbereit. Die Zahlung über das Smartphone

ist bei ihnen überdurchschnittlich beliebt. Knapp jeder Sechste (15 Prozent) von

ihnen sagt, an der Kasse grundsätzlich am liebsten mit dem Smartphone zu zahlen.

Bei den über 60-Jährigen gibt dies bisher noch so gut wie niemand an. Obwohl

sich das Bezahlverhalten in den letzten Jahren bereits immer mehr zur

bargeldlosen Zahlung hin entwickelte, offenbarten sich die vergangenen zwei

Pandemie-Jahre als besonders innovationstreibend.

Corona-Pandemie wirkt als Verstärker

Die Pandemie stellt den Lebensalltag der Menschen weltweit auf den Kopf und

verlagert diesen vermehrt in digitale Sphären. Um ihren Alltag während dieser

Zeit zu bestreiten, wagen die Menschen Veränderungen. Mehr als jeder dritte

Befragte (36 Prozent) gibt an, durch die Corona-Pandemie nun häufiger mit Karte

zu zahlen. Dem stimmen vermehrt die jüngeren Generationen zu: Von den unter

60-Jährigen haben 43 Prozent in Geschäften vermehrt mit Karte statt mit Bargeld

bezahlt. Bei der überwiegend bargeldaffinen älteren Generation gibt dies knapp

ein Viertel (24 Prozent) an.

Wird an der Kasse bargeldlos gezahlt, ist die kontaktlose Zahlung der neue

Standard - denn sie ist schnell, praktisch und hygienisch: 62 Prozent, und damit

12 Prozentpunkte mehr als noch im letzten Jahr, geben an, schon einmal mit der

kontaktlosen girocard gezahlt zu haben. Mit 72 Prozent sind es auch hier vor

allem die unter 60-Jährigen, die diese Funktion am meisten nutzen. Bei den über

60-Jährigen haben heute knapp weniger als die Hälfte der Befragten (44 Prozent)

schon kontaktlos bezahlt. Auch hier zeigt sich deutlicher Innovationswille: 2020

lag der Anteil der über 60-jährigen Befragten, die eine girocard mit

Kontaktlos-Funktion besitzen und diese bereits genutzt haben, bei 31 Prozent, im

Jahr davor sogar bei nur 14 Prozent.

Die Zweiteilung der Republik zeigt sich auch im Sparverhalten

Die Pandemie hat nicht nur verändert, auf welche Art und Weise in Deutschland

bezahlt wird, sondern auch, wie Geld ausgegeben und gespart wird. Fast die

Hälfte der Befragten (49 Prozent) bestätigt, besonders viel Geld für

Lebensmittel, Miete (42 Prozent) sowie Altersvorsorge und Versicherungen (29

Prozent) auszugeben. Dennoch gibt mehr als jeder Vierte (27 Prozent) an, während

der letzten Monate mehr Geld gespart zu haben als vor der Pandemie.

Nachholbedarf besteht nach der Corona-Zeit vor allem bei Luxusausgaben: Ihr

Gespartes wollen Befragte am liebsten für Reisen (60 Prozent), das eigene Haus

bzw. die Wohnung (30 Prozent) und zum Ausgehen (28 Prozent) ausgeben. Ein

Zusammenhang wird außerdem beim Sparverhalten und der Nutzung bargeldloser

Bezahlmöglichkeiten sichtbar: Menschen, die generell lieber mit Karte bezahlen,

konnten während der Corona-Pandemie durchschnittlich mehr sparen als Menschen,

die präferiert bar bezahlen. Ausschlaggebend hierfür ist neben der

Bezahlpräferenz jedoch auch der sozioökonomische Status der Befragten.

Beim Sparen für das Alter ergibt sich erneut ein zweitgeteiltes Bild: Während

fast die Hälfte (45 Prozent) der Befragten über 60 Jahren ihr Geld mitunter auf

Sparbüchern anlegt, ist es bei den unter 30-Jährigen nur noch gut jeder Vierte

(28 Prozent). Jüngere Menschen sind auch hier innovationsbereiter sowie

risikoaffiner und legen ihr Geld doppelt so häufig in börsengehandelte

Indexfonds, sogenannte ETFs, an (8 Prozent) als die über 60-Jährigen (4

Prozent).

Die Jüngeren ebnen den Weg für das moderne Bezahlen von morgen

Insgesamt zeigt sich, dass die Bezahlpräferenz heute bereits beim bargeldlosen

Zahlen liegt - vor allem jüngere Altersgruppen haben sich größtenteils vom

Bargeld verabschiedet. Das Zahlen mit Karte oder Smartphone ist hier längst

verankert. Während sich die Generation über 60 Jahren noch zurückhaltender

gegenüber neuen Technologien verhält, sind es vor allem jüngere und mittlere

Altersgruppen, die zeigen, in welche Richtung sich das Bezahlen in Deutschland

in Zukunft entwickeln wird. Durch den Innovationswillen der Jüngeren und

allmählichen Annäherung der älteren Generation wird die Zweiteilung beim

bargeldlosen Bezahlen in den kommenden Jahren weiter aufweichen.

Mehr Ergebnisse der Studie finden Sie im Exposé (https://www.initiative-deutsche

-zahlungssysteme.de/media/idz_expos_allensbach-umfrage_die_geteilte_bezahlrepubl

ik.pdf) .

Zur Studie

Die Untersuchung des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der

Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. stützt sich auf insgesamt 1.074

Interviews mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung ab 16 Jahre.

Die Interviews wurden zwischen im August 2021 mündlich-persönlich durchgeführt.

Zur Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V.

Die Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. mit Sitz in Berlin versteht sich

als Netzwerk für Unternehmen und Institutionen, die die bargeldlosen

Bezahlverfahren der Deutschen Kreditwirtschaft akzeptieren oder die hierfür

notwendige Infrastruktur bereitstellen. Sie bündelt die Interessen ihrer

Mitglieder und vertritt sie gegenüber Politik und Medien. Der Verein

recherchiert neue Einsatzmöglichkeiten, initiiert Pilotprojekte und unterstützt

bestehende Aktivitäten seiner Mitglieder, insbesondere in den Bereichen

Marketing, Public Relations und Public Affairs. Bereits seit mehr als fünfzehn

Jahren beschäftigt sich die Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. mit dem

Bezahlen in Deutschland.

Zu den Bezahlverfahren

Rund 100 Millionen girocards von Banken und Sparkassen gibt es in Deutschland -

fast jeder Bürger hat sie in der Tasche. Immer mehr Banken und Sparkassen

ermöglichen ihren Kunden mit der girocard als Deutschlands meist genutzter

Debitkarte den neuen, komfortablen Service des kontaktlosen Bezahlens mit Karte

und Smartphone. Weitere Informationen finden Sie unter www.Initiative-DZ.de

(http://www.initiative-dz.de/)

Pressekontakt:

Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V.

Elen Anka

Tel.: 030 - 21 23 42 2 - 71

mailto:elen.anka@initiative-dz.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/127450/5081438

OTS: Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V.