PwC Umfrage: Coronakrise als Treiber für neue Geschäftsmodelle bei

Banken

Düsseldorf (ots) - Eine PwC Umfrage unter 24 C-Level Vertretern der

Finanzbranche zeigt, dass über 90 Prozent der Befragten langfristige

Veränderungen bei ihren Geschäftsmodellen erwarten / Strategische Ziele sind

entweder die Ertragssteigerung oder Kostensenkung / 75 Prozent der Befragten

sehen in der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern einen Schlüsselfaktor/

92 Prozent nutzen die Coronakrise als Anlass, um die Digitalisierung ihrer

Banken voranzutreiben

Die Coronakrise führt bei deutschen Banken zu einem Anstieg im Outsourcing,

vermehrter Digitalisierung und einer Zunahme von Remote Working. So das Ergebnis

einer Umfrage, die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC

Deutschland unter C-Level-Vertretern der Finanzbranche durchgeführt hat. 24 der

Top 70 Institute Deutschlands waren beteiligt und gaben Einblicke zu ihren

aktuellen Herausforderungen. Dabei zeigt sich deutlich: Covid-19 wird zum

Treiber von Veränderungen.

Steigender Kostendruck als Treiber für neue Geschäftsmodelle

Viele Unternehmen befinden sich aufgrund der Coronakrise in

Zahlungsschwierigkeiten, Kredite müssen ausgesetzt werden, der Kostendruck bei

den Banken steigt. Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte 2020 ist deshalb davon

auszugehen, dass es zu Anpassungen bei den Geschäftsmodellen kommt. Das

bestätigen auch die Befragten: Mehr als 90 Prozent bejahten, dass Covid-19

nachhaltige Auswirkungen auf das Geschäftsmodell ihres Unternehmens haben wird.

Über ein Drittel gehen dabei sogar von einem starken Wandel aus. "Die

Coronakrise hat die bestehenden Veränderungen noch einmal beschleunigt - es

stehen nachhaltige strukturelle Änderungen an", sagt Tomas Rederer, Partner

Financial Services Operations Consulting bei PwC.

Grundlage hierfür bildet die Priorisierung der strategischen Ziele der Banken,

auf die sich der steigende Kostendruck niederschlägt. 58 Prozent der

Umfrageteilnehmer halten die Ertragssteigerung für besonders wichtig, während

für 37 Prozent Kostensenkungen an erster Stelle stehen. "Zur Erreichung dieser

strategischen Top-Ziele sind gerade in der Krise Partnerschaften mit externen

Dienstleistern oder FinTechs unverzichtbar. Mit ihrer Unterstützung müssen

Prozesse optimiert, Geschäftsaktivitäten digitalisiert, der Geschäftsbetrieb

gestärkt und Geschäftsmodelle ausgeweitet werden", so Tomas Rederer. Für 75

Prozent der befragten Banken sind externe Dienstleister ein entscheidender

Hebel, um ihren Ertrag zu steigern und Kosten zu senken. Die Erfahrungen der

Coronakrise scheinen die Banken in der Reduzierung der eigenen

Wertschöpfungstiefe zu bestätigen, sodass knapp 60 Prozent der Umfrageteilnehmer

auch zukünftig mehr Dienstleistungen auslagern und sich auf ihre

differenzierenden Funktionen konzentrieren wollen. "Damit bieten die aktuellen

Herausforderungen auch eine Chance für alle diejenigen, die es schaffen, sie in

innovative Ansätze für neue Geschäftsideen zu übersetzen", ergänzt der

Digitalisierungsexperte.

Krise unterstreicht Dringlichkeit der digitalen Transformation

Durch die Krise wurden Banken gezwungen, für ihre Kunden vermehrt digitale

Angebote zu schaffen, das spiegelt auch die Umfrage wider: "Die Coronakrise

verstärkt die Dringlichkeit der digitalen Transformation in Finanzinstituten

deutlich", fasst Tomas Rederer die Ergebnisse zusammen. Auf die Frage, ob das

eigene Institut die Coronakrise als Impuls nutzen wolle, um Digitalisierung auch

langfristig voranzutreiben, äußerten sich alle Befragten positiv. Ganze 92

Prozent gaben sogar eine starke Entwicklung in diesem Bereich an. Interne und

externe Bereiche sollen digitalisiert werden, um Kundennähe und

Konkurrenzfähigkeit sowohl in als auch nach Krisenzeiten sicherzustellen. Dieser

Fokus auf den Kunden wird in den Antworten der befragten Banken deutlich. Sie

nennen gleichermaßen zu ca. 30 Prozent die Digitalisierung ihrer

Vertriebskanäle, Neugeschäftsprozesse und Bestandsprozesse als wichtigste

Bereiche. Durch die Stärkung von Vertrieb und Neugeschäft wollen sie Erträge

steigern und damit dem steigenden Kostendruck begegnen. Eine eigennützige

Entwicklung, die durch neue Angebote jedoch auch zum Vorteil für den Kunden

wird.

Digitale Ausstattung im Homeoffice ist ausbaufähig

Auch unternehmensintern hat Covid-19 neue Impulse gesetzt und die Notwendigkeit

einer Beschleunigung des Digitalisierungsprozesses unterstrichen. Wie viele

andere Unternehmen setzen auch Banken verstärkt auf Homeoffice: Über 90 Prozent

der befragten Banken ermöglichen bereits mindestens der Hälfte ihrer

Mitarbeiter, im Homeoffice zu arbeiten. Fast 20 Prozent der Befragten haben

sogar über 90 Prozent ihrer Mitarbeiter im Homeoffice. Doch die Erfahrungen sind

durchmischt. Nur 41 Prozent der Umfrageteilnehmer bewerten die bereitgestellte

Homeoffice-Ausstattung als gut oder sehr gut, während fast 60 Prozent die

diesbezügliche Performance ihres Unternehmens als mittelmäßig oder sogar

schlecht einstufen. In diese Einschätzung mag hereinspielen, dass für ein

erfolgreiches Remote-Arbeiten neben der technischen Infrastruktur ebenfalls eine

Vielzahl von kulturellen und steuernden Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

Viele Banken wollen laut der PwC Umfrage den aktuellen Impuls zum Anlass nehmen,

um über die Erweiterung von Remote-Modellen nachzudenken: Fast 90 Prozent der

Befragten planen, diese auch nach Corona weiterhin stark auszubauen. Sie nutzen

damit die Chance, ihren Mitarbeitern auch langfristig flexibleres Arbeiten zu

ermöglichen und die Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern.

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Dennis Pagel

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