Pressemitteilung zum vbw Index Herbst 2021

München (ots) -

- vbw Weißbier-Index gegenüber Frühjahr um 31 Punkte auf 130 gestiegen

- Lieferengpässe und Materialmangel bremsen konjunkturelle Erholung

- Vierte Corona-Welle erhöht Unsicherheit erheblich

- Bayerisches BIP-Wachstum 2021 von 2,7 Prozent erwartet

- Hoffnung auf stärkere Dynamik frühestens im zweiten Halbjahr 2022

Die bayerische Wirtschaft konnte sich in den vergangenen Monaten zunehmend von

den Auswirkungen der Corona-Krise erholen, der "Weißbier-Index" der vbw -

Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hat sich gegenüber dem Frühjahr um

31 Punkte auf 130 verbessert . "Die Zahlen unseres vbw Index sind ordentlich.

Aber das aktuell drastische Infektionsgeschehen beunruhigt die Unternehmen im

Freistaat erheblich - nicht nur aus gesundheitlichen Gründen. Wir befürchten

auch negative Folgen für die Konjunktur . Diese wird ohnehin durch

Lieferengpässe und Materialmangel in vielen Bereichen gebremst. Einen

dynamischen Aufholprozess sehen wir auch in den ersten beiden Quartalen 2022

noch nicht", sagte vbw Präsident Wolfram Hatz bei der heutigen Vorstellung des

aktuellen vbw Index.

Vor allem die Lage-Indizes konnten sich in den vergangenen Monaten spürbar

verbessern. Der Lage-Index Wachstum , der die aktuelle Geschäftslage

widerspiegelt, stieg von 86 auf 132 Punkte. Der Lage-Index Beschäftigung

verbesserte sich von 75 auf 127 Punkte. Hatz erklärte dazu: "Vor allem in den

Wirtschaftsbereichen, die im zweiten Lockdown geschlossen waren - also

Gastronomie, Hotellerie oder Kultur und Freizeit, fand ein kräftiger

Aufholprozess statt. Dieser ist aber bei Weitem noch nicht abgeschlossen."

Auch die Prognose-Indizes konnten etwas zulegen: Der P rognose-Index Wachstum

stieg von 112 auf 118 Punkte, der Prognose-Index Beschäftigung nahm von 124 auf

144 Punkte zu. "Hohe Auftragseingänge treiben die Indizes zwar nach oben. Die

Auftragsbücher sind voll, die Bestellungen können aber nicht abgearbeitet

werden. Das wirkt sich inzwischen negativ auf die Nachfrage bei

Investitionsgütern aus. Denn die Lieferengpässe bremsen die Produktion auch in

anderen Staaten. Das dämpft deren Nachfrage nach unseren Exporten, zum Beispiel

bei Maschinen und Produktionsanlagen. Die Mangelsituation hat auch zu einem

massiven Preisanstieg bei Rohstoffen, Energie und Materialien geführt und damit

zu einem kräftigen Kostenanstieg für unsere Unternehmen", so Hatz.

Mit Blick auf die konjunkturelle Entwicklung erläutert der vbw Präsident: "Wir

waren im Frühjahr davon ausgegangen, dass die bayerische Wirtschaft in diesem

Jahr um drei Prozent wachsen wird. Dies war eine vorsichtige Prognose, aber wir

werden selbst die drei Prozent nicht ganz halten können. Wir müssen davon

ausgehen, dass die Wirtschaft im Schlussquartal 2021 kaum noch wächst . Somit

erwarten wir im Jahresdurchschnitt ein Plus in Höhe von 2,7 Prozent des

bayerischen Bruttoinlandsprodukts ."

Zu den derzeitigen Gesetzgebungsverfahren im Hinblick auf die vierte Welle der

Corona-Pandemie erklärte Hatz: "Ein generelles Recht auf Home-Office lehnen wir

ab, weil es aus unserer Sicht die Impfbereitschaft senkt. Wir hoffen dagegen auf

betriebsnahe Regeln: Wir befürworten ein Fragerecht des Arbeitgebers zum

Impfstatus ebenso wie die Einführung von Dokumentationsrechten und eine

Testnachweispflicht auf Seiten der Arbeitnehmer . Wir begrüßen ebenso, dass die

Bayerische Staatsregierung die Haftung bei Drittimpfungen vor Ablauf des

Sechs-Monats-Zeitraums übernimmt. Wir sind bereit, über die Betriebsärzte

unseren Beitrag zu den Drittimpfungen zu leisten."

Übersicht Entwicklung vbw Index:

02/2021 01/2021 02/2020 01/2020

vbw Index gesamt: 130 99 64 51

Lage-Index Wachstum: 132 86 55 58

Prognose-Index Wachstum: 188 112 92 35

Lage-Index Beschäftigung: 127 75 43 78

Prognose-Index Beschäftigung: 144 124 67 34

Eine grafische Darstellung des vbw Index finden Sie unter:

www.vbw-bayern.de/vbw-index

Pressekontakt:

Maximilian Stoib,

Tel. 089-551 78-335,

E-Mail: mailto:maximilian.stoib@ibw-bayern.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/73224/5076352

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