Ingenieurarbeitsmarkt: Fast 50% mehr offene Stellen innerhalb eines

Jahres (FOTO)

Düsseldorf (ots) - Digitalisierung und Klimaschutz lassen den Bedarf an

Beschäftigten in Ingenieur- und Informatikerberufen deutlich steigen. Der neue

VDI-/IW-Ingenieurmonitor zeigt alarmierende Zahlen auf. Die Entwicklung bleibt

insgesamt weiter angespannt - doch es gibt auch positive Trends.

"Der zunehmende Fachkräftemangel hinterlässt auch im 2. Quartal 2022 auf dem

Ingenieurarbeitsmarkt seine Spuren", sagt Ingo Rauhut, Geschäftsführer

Fachbeirat Beruf und Arbeitsmarkt

(https://www.vdi.de/themen/nachwuchs-ausbildung-arbeitsmarkt) . Im zweiten

Quartal des Jahres nahm die Anzahl der offenen Stellen weiter zu und erreichte

mit 171.300 einen erneuten Rekordwert . "Dies ist ein Zuwachs um 46,2 Prozent im

Vergleich zum Vorjahresquartal", so Rauhut. Besonders stark ist die Anzahl an

offenen Stellen in den Ingenieurberufen Technische Forschung und

Produktionssteuerung sowie in den Ingenieureberufen Energie- und Elektrotechnik

gestiegen. Während im letzten Quartal 2021 insgesamt 140.000 offene Stellen

nicht besetzt werden konnten, steigerte sich der Bedarf im ersten Quartal 2022

bereits auf 151.300 offene Stellen.

Ingenieur- und Informatikberufe: Positive Entwicklung auf lange Sicht

Betrachtet man die Entwicklung in den Ingenieur- und Informatikerberufen in der

langen Frist, zeigt sich bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im

Zeitraum von Ende 2012 bis Ende 2021 ein sehr erfreuliches Bild. "In den

Informatikerberufen ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um 109,3

Prozent gestiegen, in den Bauingenieurberufen um 44,4 Prozent und in den

Ingenieurberufen Technische Forschung und Produktionssteuerung verzeichnen wir

ein Plus von 31,6 Prozent", gibt der VDI-Arbeitsmarktexperte an.

Insgesamt ist der Anteil der Beschäftigten in den Ingenieur- und

Informatikerberufen an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 3,3

Prozent Ende 2012 auf 4,1 Prozent Ende 2021 kontinuierlich gestiegen.

Informatiker*innen zieht es nach Karlsruhe und München

Bei regionaler Betrachtung gibt es große Unterschiede Die Kreise Wolfsburg (14,6

Prozent), Böblingen (8,7 Prozent) und Ingolstadt (8,7 Prozent) haben die

höchsten Beschäftigtenanteile in den Ingenieurberufen. Erlangen (7,0 Prozent),

Karlsruhe (4,6 Prozent) und Landkreis München (4,1 Prozent) weisen die höchsten

Beschäftigtenanteile in den Informatikerberufen auf. "Während der

Beschäftigtenanteil der Ingenieurberufe unter den ländlichen Kreisen etwa gut

halb so hoch wie in den Großstädten ist, weisen die Großstädte in den

Informatikerberufen einen sechsmal so hohen Beschäftigtenanteil wie die

ländlichen Kreise auf", ordnet Rauhut die Lage ein.

Arbeitslosigkeit verringerte sich

Die Zahl der offenen Stellen nahm im zweiten Quartal weiter zu; die

Arbeitslosigkeit verringerte sich. Daraus ergibt sich im zweiten Quartal 2022

ein neuer Rekordwert bei der Engpasskennziffer offene Stellen je 100

Arbeitslose. "Die Engpasskennziffer steigt auf 492 - ein Rekordwert seit Beginn

der Aufzeichnungen im Jahr 2011", gibt Ingo Rauhut an. "Betrachtet man die

regionalen Teilmärkte, so bestehen die größten Engpässe in den Ingenieurberufen

der Energie- und Elektrotechnik in Bayern. Hier kommen auf 462 Arbeitslose knapp

6.500 offene Stellen", heißt es weiter.

Positiv hat sich im zweiten Quartal 2022 die Anzahl der Arbeitslosen in den

Ingenieur- und Informatikerberufen entwickelt. Mit 34.821 lag die

Arbeitslosigkeit um 17,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau von 42.402. Besonders

stark sank die Arbeitslosigkeit in den sonstigen Ingenieurberufen und in den

Ingenieurberufen der Energie- und Elektrotechnik.

Der aktuelle VDI-/IW-Ingenieurmonitor steht kostenfrei als PDF zur Verfügung (ht

tps://www.vdi.de/ueber-uns/presse/publikationen/details/vdi-iw-ingenieurmonitor-

2-quartal-2022) .

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