Baugewerbe: Lieferschwierigkeiten erschweren weiterhin

Baustellenbetrieb

Berlin (ots) - "Die Umsatzentwicklung zeigt im April das erste Mal in diesem

Jahr ein positives Vorzeichen. Allerdings bleibt nach dem Wintereinbruch und den

coronabedingten Bremsspuren gegenüber dem Vorjahr noch einiges aufzuholen." Mit

diesen Worten kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands

Deutsches Baugewerbe (ZDB), Felix Pakleppa, die jüngsten Daten des Statistischen

Bundesamts zur aktuellen Entwicklung der Konjunktur im Bauhauptgewerbe.

Demnach erreichten die Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten im Bauhauptgewerbe

im April einen Umsatz von 7,94 Mrd. Euro (+2,3%). Der Umsatz erreicht damit bis

zum April ca. 24,4 Mrd. Euro (-5,9%). Aufträge gingen im April im Umfang von ca.

7,9 Mrd. Euro ein (+7,0%).

"Die sich fortsetzenden Probleme bei der Lieferung von Baustoffen wie Holz,

Stahl und Kunststoffen stellen dabei eine große Herausforderung dar. Wir

begrüßen die Maßnahmen der Bundesregierung, die Belastungen für die

Bauunternehmen durch die die Verlängerung der Erleichterungen der

Kurzarbeitergeldverordnung sowie des Überbrückungsgeldes III abzufedern. Auch

die Anwendung von Stoffpreisgleitklauseln und die Rücknahme von Beschränkungen

beim Holzeinschlag sind richtige Schritte. Wenn die Nachfrage und das Angebot

bei global gehandelten Baustoffen nicht zügig wieder ins Gleichgewicht kommen,

ist der Baustellenbetrieb allerdings vielfach gefährdet. Projekte sind nur noch

schwer kalkulierbar", so Pakleppa weiter.

Die Entwicklung beim Auftragseingang sieht Pakleppa in den Bausparten sehr

differenziert: "Das Auftragsplus von 7 Prozent im April gegenüber dem April 2020

ist maßgeblich auf das Einknicken der Nachfrage im Vorjahr im Wohnungsbau und

Wirtschaftshochbau nach den ersten Lockdown zurückzuführen. Die Nachfrage im

Wohnungsbau hat sich nachfolgend wieder stabilisiert und zeigt sich auch

nachhaltig. Bis zum April erreichten die Order hier ein Volumen von 7,3 Mrd.

Euro (+13,4%). Im Wirtschaftshochbau sehen wir noch keine vergleichsweise

dynamische Entwicklung. Die Order erreichten bis zum April 7,1 Mrd. Euro.

Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 3,3%", führt Pakleppa aus.

"Sorgen macht uns weiterhin die Nachfrage im Straßenbau. Hier kommen zu wenig

neue Aufträge in einen breiten Wettbewerb. Die Order verfehlen das

Vorjahresniveau bis April um ca. 170 Mio. Euro (-3,6%). Der Bund muss mit der

die Autobahn GmbH hier weiter mittelstandsgerechte Projekte an den Markt

bringen. Und die Kommunen brauchen dringend Investitionssicherheit. Das

Verharren des kommunalen Investitionsstaus bei den Straßen bei über 30 Mrd. Euro

macht das deutlich. Die Kommunen brauchen eine Fortschreibung des

Rettungsschirmes aus 2021", erklärte Pakleppa abschließend.

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