Rohöl

Nachdem es für die Rohölpreise monatelang immer nur steil nach oben ging, setzten die Kurse in der vergangenen Woche zeitweise deutlich zurück. Ein Grund für die jüngste Korrektur dürfte der gestiegene Wechselkurs des US-Dollar gewesen sein. Da Rohöl in US-Dollar gehandelt wird, macht ein höherer Dollar-Kurs Rohöl für Anleger aus anderen Währungsräumen teurer. Ein anderer Grund dürften die in einigen Teilen der Welt nur schleppend verlaufenden Impfstoff-Kampagnen sein.

So steuert mit Deutschland eine der führenden Volkswirtschaften auf eine Ausweitung der Beschränkungen im Kampf gegen die Pandemie zu. Die Hoffnungen auf eine schnelle Konjunkturerholung und eine stärkere Nachfrage nach Rohöl haben damit einen kleinen Dämpfer erhalten. Auf der anderen Seite gibt es aber weiterhin gute Gründe, warum es für die Rohölpreise mittel- und langfristig weiter aufwärts gehen dürfte.

So sieht derzeit alles danach aus, dass sich die Wirtschaftsaktivität in den beiden größten Industrienationen USA und China schneller als erwartet erholt. Die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft Japan scheint ebenfalls überraschend zügig aus der Corona-Krise zu kommen, wie die im Februar von der Regierung in Tokio veröffentlichten vorläufigen Zahlen zum Wirtschaftswachstum im dritten und vierten Quartal 2020 gezeigt haben. Auch das gestiegene Interesse von Investoren und Privatanlegern am schwarzen Gold als zyklische Finanzanlage spricht für weiter steigende Rohölpreise.

Turbo Open End Long auf Brent Crude Oil
WKN MA3Y0L
ISIN DE000MA3Y0L5
Emissionstag 17. Dezember 2020
Produkttyp Hebelzertifikat
Emittent Morgan Stanley

 

Palladium

Für die Palladium-Kurse ging es monatelang nur seitwärts, doch in der vergangenen Woche trat das Edelmetall zwischenzeitlich kräftig aufs Gaspedal. So legte der Kurs bis zum zurückliegenden Donnerstag auf in der Spitze 2.756 US-Dollar je Feinunze zu, was den höchsten Stand seit dem Februar 2020 bedeutete. Befeuert wurde Palladium durch die Meldung vom 16. März, dass das weltweit führende Bergbauunternehmen Nornickel einen Produktionsrückgang von 15 bis 20 Prozent für Nickel, Kupfer, Platin und Palladium für das laufende Jahr 2021 erwartet.

Ursächlich hierfür sind die jüngsten Überschwemmungen in zwei sibirischen Arktis-Minen, welche die Förderung für weitere drei bis vier Monate ausfallen lässt. Die jüngste Aufholbewegung bei Palladium dürfte sich fortsetzen, denn es zeichnet sich ab, dass die globale Wirtschaft im laufenden Jahr wieder Tritt fasst und die Weltbevölkerung wieder mobiler wird. Davon dürfte auch die Automobilindustrie profitieren.

Hier wird Palladium bei der Produktion von Katalysatoren für Benzin-Fahrzeuge eingesetzt. Eine stärkere Autoproduktion würde dementsprechend zu einer steigenden Palladium-Nachfrage führen. Gut möglich ist deshalb, dass der Palladium-Kurs in den kommenden Monaten das Februar-2020-Rekordhoch bei 2.880 US-Dollar je Feinunze in Angriff nimmt. Oberhalb würde dann die runde 3.000-Dollar-Marke in den Fokus rücken.

Palladium Mini Long
WKN PN1KND
ISIN DE000PN1KND9
Emissionstag 21. Juli 2020
Produkttyp Hebelzertifikat
Emittent BNP Paribas

Gold

Die Anhänger von Gold wurden in den vergangenen Monaten enttäuscht. Die Gold-Notierungen befinden sich derzeit im Abwärtstrend, wobei am 8. März sogar ein Neunmonatstief bei 1.687 US-Dollar je Feinunze markiert wurde, von dem sich der Kurs seitdem nur leicht nach oben absetzen konnte. Manche Anleger dürften von dieser Schwäche verwundert sein, denn Gold gilt als gute Absicherung gegen Inflations-Sorgen, die in den zurückliegenden Monaten wieder aufgekocht waren.

Allerdings haben diese auch zu einem sehr starken Renditeanstieg in den USA geführt. Zeitweise lag die Rendite zehnjähriger US-Anleihen im März bei 1,7 Prozent, was das zinslose Gold als Investment unattraktiver macht. Auch die Entwicklung anderer Anlagealternativen belastet den Goldpreis. So boomen weiterhin die Aktienmärkte, wie die neuen Allzeithochs bei Dow Jones, S&P 500 und DAX im März gezeigt haben.

Außerdem ist der Bitcoin für viele Anleger wieder in den Fokus gerückt, der in den vergangenen Monaten einen beeindruckenden Höhenflug verzeichnete und von Krypto-Fans ebenfalls als wirksamer Inflationsschutz gesehen wird. Vorteile des Bitcoin im Vergleich zu Gold sind, dass dieser leichter zu verwahren ist, zum Beispiel in einer elektronischen Geldbörse auf dem Smartphone und dass sich der Bitcoin auch beliebig in kleinere Einheiten aufteilen lässt. Langfristig ist der Gold-Aufwärtstrend weiterhin intakt, kurzfristig zeigen die Trendpfeile aber aus diesen Gründen eher nach unten.

Short Mini Future auf Gold
WKN VP6ZXB
ISIN DE000VP6ZXB9
Emissionstag 6. August 2020
Produkttyp Hebelzertifikat
Emittent Vontobel

 

Bild: shutterstock.com / corlaffra

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