LONDON (dpa-AFX) - Etliche Mieter in Großbritannien fürchten, aufgrund von Mietrückständen ihre Wohnungen zu verlieren. Rund 400 000 Mieter seien zur Räumung ihres Wohnraums aufgefordert worden oder erwarteten eine solche Aufforderung, wie die BBC unter Berufung auf die Organisation Joseph Rowntree Foundation am Montag berichtete.

Während der Hochphase der Corona-Pandemie galt in Großbritannien ein besonderer Mieterschutz: So wurde die Frist für Zwangsräumungen auf sechs Monate verlängert, nachdem sie zuvor üblicherweise bei nur zwei Monaten gelegen hatte. Ab Juni wird diese Periode wieder verkürzt, zunächst auf vier Monate. "Wir sind sehr besorgt, dass eine Welle der Obdachlosigkeit aufkommen wird", sagte Rachelle Earwaker von der Joseph Rowntree Foundation der BBC. Viele Menschen in Berufen mit niedrigerem Einkommen - etwa Caterer oder Taxi-Fahrer - hätten durch die Pandemie ihre Arbeit verloren und seien daher gefährdet.

In einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Stiftung gab jeder fünfte befragte Mieter an, sich Sorgen über die Begleichung der eigenen Wohnkosten zu machen. Unter Wohnungseigentümern war es nur jeder Zehnte. Unter Eltern, Geringverdienenden und Angehörigen ethnischer Minderheiten waren die Sorgen dem BBC-Bericht zufolge besonders ausgeprägt./swe/DP/jha