Es hat eine Weile gedauert, aber nun scheint es, als ob die Börse Paragon (WKN: 555869) wiederentdeckt hätte. Ich hatte vor nicht allzu langer Zeit auf die niedrige Bewertung der Aktie hingewiesen und auch einige meiner Kollegen hier bei Fool.de sind der Aktie auf den Fersen geblieben. Die Beobachtung erwies sich als richtig und die Aktie schoss im März regelrecht in die Höhe. Seit ihrem Tief im Februar bei 14,88 Euro hat sich der Wert mehr als verdoppelt. Ist die Party damit aber schon gelaufen?

Das Management wirkt nach wie vor zuversichtlich

Die Aktie des Unternehmens hatte ihr Allzeithoch bei fast 90 Euro im Oktober 2017 erreicht, seitdem ging es steil abwärts. Die Gründe für den Absturz sind aus meiner Sicht unterschiedlichen Punkten geschuldet. Das Management von Paragon hat jedoch immer wieder die Diskrepanz zwischen den unternehmerischen Perspektiven und dem fallenden Aktienkurs zur Sprache gebracht.

Zum einen wurde die Produktpalette und deren Zukunftsfähigkeit hervorgehoben. Die Spezialgebiete des Unternehmens sind Automobilelektronik und Sensoren. Dazu kommen nun Batteriesysteme, Karosserie-Kinematik und Elektromobilität sowie Sprachsteuerung und intelligente Assistenzsysteme. Diese Hervorhebung spielt insbesondere deshalb eine so wichtige Rolle, weil damit das Unternehmen weitestgehend unabhängig von den aktuellen negativen Schlagzeilen rund um die Autoindustrie sein will und voll auf Zukunftstrends setzt.

Die Zahlen für 2018 fielen gemischt aus

Am 1. April 2019 wurden bereits die Ergebnisse für 2018 veröffentlicht. Diese konnten sich größtenteils sehen lassen und die Highlights für 2018 wurden in dem Geschäftsbericht wie folgt zusammengefasst:

  • Konzernumsatz steigt um 50,1 % auf 187,4 Mio. Euro (Vorjahr: 124,8 Mio. Euro)
  • EBITDA wächst um 104,5 % auf 30,3 Mio. Euro (Vorjahr: 14,8 Mio. Euro)
  • EBIT erhöht sich um 173,9 % auf 14,8 Mio. Euro (Vorjahr: 5,4 Mio. Euro)
  • Umsatz 2019 zwischen 230 und 240 Mio. Euro erwartet – bei einer EBIT-Marge von rund 8 %

Die Zahlen sehen auf den ersten Blick sehr gut aus. Meiner Ansicht nach haben die Marktteilnehmer dies bereits im März realisiert und die Aktie in entsprechender Erwartung aus dem Abwärtstrend herausbefördert.

Eine Augenbraue zuckte bei mir mit Blick auf den operativen und freien Cashflow. Der operative Cashflow fiel mit negativen 53 Mio. Euro auf. Rechnet man die Ausgaben für Investitionen (CAPEX) hinzu, erhält man den freien Cashflow und dieser sieht mit negativen 102 Mio. Euro ebenfalls nicht gut aus.

In diesem Jahr plant die Geschäftsführung weitere rund 40 Mio. Euro an CAPEX-Ausgaben, wovon ca. 35 % auf das Tochterunternehmen Voltabox (WKN: A2E4LE) entfallen sollen. Zum Ende 2018 verfügte Paragon aber nur noch über etwas mehr als 48 Mio. Euro an freier Liquidität.

Aus meiner Sicht sind es ebendiese Zahlen, die Unsicherheit bei Anlegern auslösten. Trotz der Zuversicht des Managements und dem Erreichen der selbst gesteckten Ziele bleibt es abzuwarten, ob Paragon seine Kosten unter Kontrolle halten kann und nicht in die Bredouille gerät. Im Geschäftsbericht ist dieser Punkt unter den separat gelisteten finanzwirtschaftlichen Risiken ebenfalls nicht detaillierter erklärt. Das trug nicht unbedingt zur Beruhigung bei.

In der Aktie könnte noch deutlich mehr drin sein

Die Sorge um die Barmittel sollte nun jedoch wieder in den Hintergrund treten. Nach einem Fehlstart im letzten Jahr hat Paragon vor wenigen Tagen die Bekanntmachung veröffentlicht, dass Anleihen in einem Volumen von rund 30 Mio. Schweizer Franken begeben werden, mit der Option einer Ausweitung auf bis zu 40 Mio. Franken. Die Verzinsung liegt indikativ zwischen 3,625 und 4,125 % p. a. und ich würde sie damit als günstig einstufen. Paragon hat sich für die Schweiz als Begebungsort entschieden, da dort das Marktumfeld gegenwärtig positiver einzustufen sei.

Trotz der Kursverdopplung sehe ich daher die Aktie immer noch als niedrig bewertet. Die geplanten Ausgaben für dieses Jahr scheinen gesichert und ein finanzieller Engpass ist erst mal vom Tisch. Der Wachstumsausblick ist weiterhin positiv, und das sowohl bei Paragon als auch bei der Tochter Voltabox.

Sieht man sich die aktuelle Marktkapitalisierung an, scheint noch reichlich Luft zum Aufholen da zu sein. Beim aktuellen Kurs um rund 30 Euro pro Aktie beträgt die Marktkapitalisierung lediglich 135 Mio. Euro, während allein das Eigenkapital des Unternehmens zum Ende 2018 bei 177 Mio. Euro lag. Dazu kommen die nach wie vor vollen Auftragsbücher. Laut Aussage der Geschäftsführung soll Paragon in wenigen Jahren ein Jahresumsatzvolumen von 500 Mio. Euro erreichen. Sollte das klappen, dann sehe ich für die Aktie noch reichlich Potenzial.

Es ist natürlich keineswegs sicher, dass sich diese Einschätzung als richtig erweisen wird, und bei der aktuellen Volatilität der Aktie kann ich beobachten, dass viele Anleger nach wie vor verunsichert sind. Sowohl Paragon als auch Voltabox sind deshalb weiterhin nichts für schwache Nerven und nur für Anleger geeignet, die mit einem erhöhten Risikoprofil umgehen können.

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Jakub Piwowarski besitzt Aktien von Paragon und Voltabox. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2019

Autor: Jakub Piwowarski, Motley Fool beitragender Investmentanalyst