von Oskar Herbert

Düsseldorf, 06.08.2015: Die 8,5 %-Anleihe der Paternoster Holding III GmbH ist seit dem Börsenstart im Februar diesen Jahres von 100 auf 95 % gesunken. Hinter dem lustigen Namen für diese Anleihe steht letztlich die Wittur Holding GmbH aus dem bayerischen Wiedenzhausen. Sie ist groß geworden, als die klassischen Paternoster-Aufzüge "klein" wurden: Wittur liefert die Türen für geschlossene Aufzüge. Die Familie hat an US-Investor Bain Capital verkauft und der hat den Wittur-Leuten nun diese 225-Mio-Anleihe aufgebrummt. Das Geld dürfte Bain sich als Dividende von Wittur auszahlen lassen. Das wäre eine Art Rückvergütung für den Kaufpreis, den Bain für die Übernahme der Türenfirma gezahlt hat. Aufzüge waren in den jüngsten Jahren ein großes Wachstumsgeschäft. Je mehr nun jedoch die Hochhäuser an der arabischen Golfküste fertig sind oder fertig werden, je mehr der Baumboom in China zu Ende geht, desto weniger Aufzugtüren wird Wittur liefern können. Das jüngst ergangene Verbot für die letzten noch laufenden Paternoster ist inzwischen aufgehoben. Ob das alles der Hintergrund dafür ist, dass Verkäufer der Paternoster-Anleihe sinkende Kurse hinnehmen, um aussteigen zu können? Die Zinsen zahlt die Anleihe halbjährlich; zum ersten Mal am 17.8.2015. Die Nennwerte lauten auf 1.000 Euro, damit auch "Kleinanleger" in diese Aufzug-Anleihe einsteigen können. Das Rating ist dürftig mit "B3". Die Laufzeit ist noch lang; bis 15.2.2023. Bis dahin ist noch viel Zeit, um zu zeigen, dass Wittur, alias Paternoster, erfolgreich arbeitet und die Zinsen brav zahlen kann. Die laufende Rendite (ohne Rückzahlungsgewinn) beläuft sich auf knapp 9%.

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