WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Regierung sieht in dem russischen Angriff auf den Truppenübungsplatz Jaworiw in der Westukraine keinen "Wendepunkt". "Ich glaube nicht, dass wir diesen oder die anderen Angriffe in der Westukraine als eine Art Wendepunkt betrachten würden", sagte Pentagon-Sprecher John Kirby am Montag. Das russische Militär würde aber eindeutig seine Ziele erweitern. Kirby betonte gleichzeitig: "Wir betrachten diesen Angriff nicht als einen Versuch, die Lieferung von Sicherheitshilfen an die Ukraine anzugreifen." Man werde die Ukraine weiterhin mit entsprechenden Lieferungen unterstützen.

Russlands Militär hatte am Sonntag in der Westukraine unweit der polnischen Grenze den Truppenübungsplatz Jaworiw attackiert und dabei eigenen Angaben zufolge viele ausländische Kämpfer getötet. Kiew widersprach dieser Darstellung später und sprach von "purer russischer Propaganda". Nach ukrainischen Angaben gab es bei dem Angriff nordwestlich von Lwiw (Lemberg) mindestens 35 Tote sowie 134 Verletzte. Die Angaben der Kriegsparteien ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Der Militärexperte Wolfgang Richter geht davon aus, dass Russland mit der jüngsten Ausweitung seiner Offensive auf den Westen der Ukraine westliche Lieferungen an die ukrainische Armee unterbinden will./nau/DP/jha