Unternehmen wie Apple, Amazon, Microsoft (WKN: 870747 / ISIN: US5949181045) oder die Google-Muttergesellschaft Alphabet haben die Börsenrallye der vergangenen Jahre angeführt und die Nachrichtenlage an den Finanzmärkten bestimmt. Sie haben viel mehr gemeinsam als auf den ersten Blick klar wird. Bei ihnen handelt es sich um sogenannte Plattform-Unternehmen. Dies macht sie in ihren jeweiligen Betätigungsfeldern extrem erfolgreich und die Konkurrenz nahezu chancenlos.

Monopolstrukturen des 21. Jahrhunderts

Was vor rund 100 Jahren in den USA Standard Oil, American Tobacco oder U.S. Steel waren, sind heute Alphabet (WKN: A14Y6H / ISIN: US02079K1079), Apple (WKN: 865985 / ISIN: US0378331005), Amazon (WKN: 906866 / ISIN: US0231351067) oder Facebook (WKN: A1JWVX / ISIN: US30303M1027). An die Stelle von Männern wie John D. Rockefeller (Standard Oil), James Duke (American Tobacco) oder J.P. Morgan sind Männer wie Apple-Chef Tim Cook oder Facebook-Chef und -Gründer Mark Zuckerberg getreten.

Sie stehen für moderne Monopolstrukturen. Diese sind den Wettbewerbshütern, genauso wie vor 100 Jahren, immer mehr ein Dorn im Auge. Dabei sind es ähnliche Erfolgsfaktoren, die Alphabet, Apple, Amazon oder Facebook in den vergangenen Jahrzehnten groß gemacht haben. Bei ihnen handelt es sich nicht nur um äußerst erfolgreiche Technologiekonzerne, sondern auch um sogenannte Plattform-Unternehmen.

Das Plattform-Konzept zeichnet sich durch einen Kern mit einer starken Anziehung aus. Um diesen Kern herum entstehen sehr viele komplexe Gebilde. Im Ergebnis begünstigt das Plattform-Konzept Monopolstrukturen. Die erfolgreichsten Plattformen, mit den meisten Kunden und Anbietern von Produkten und Dienstleistungen, ziehen wiederum immer mehr Anbieter und Konsumenten an. Eine besonders erfolgreiche Plattform der vergangenen Jahre stellt das iPhone dar.

Zunächst wurden allerhand Hardwareentwickler angezogen. Diese entwickelten Produkte wie passende Kopfhörer. Inzwischen ist das Ökosystem deutlich digitaler. Dieses dreht sich nun eher um Softwareprodukte, Videospiele, Musik, Filme, oder Fitnesskurse. Als besonders erfolgreiches Plattform-Unternehmen ist es wenig verwunderlich, dass Apple beim Börsenwert die Marke von 2 Billionen US-Dollar knacken konnte.

Bildquelle: Pressefoto Apple

Warren Buffett – ein großer Fan

Selbst Warren Buffett outete sich als Fan von Apple, obwohl die US-Investorenlegende lange Zeit Technologie-Investments gemieden hatte. Auch in Amazon hatte das „Orakel von Omaha“ mit seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway investiert. Unter anderem, weil Apple, Amazon und andere Plattform-Unternehmen dazu neigen, ihre Märkte zu beherrschen und starke Marken herauszubilden. Auf diese Weise schaffen sie es besonders gut, sich gegen Konkurrenten zu schützen. Warren Buffett verwendet dafür den Begriff des Burggrabens (englisch: moat).

Ein solcher Graben wirkt gewissermaßen auf zweierlei Weise. Konkurrenten haben es schwer, Marktanteile zu gewinnen. Gleichzeitig sind die Kunden im jeweiligen Ökosystem „gefangen“. Wer ein iPhone besitzt, kauft sich irgendwann wahrscheinlich auch ein iPad oder Mac. Bei der Nutzung der Apple-Services lässt es sich besonders einfach zwischen den jeweiligen Geräten wechseln. Ein Wechsel dagegen zu Konkurrenzprodukten von Samsung & Co erfordert sehr viel Zeit und Geld. Warum also nicht gleich im Apple-Universum bleiben? Ähnlich verhält es sich mit Amazon Prime.

Corona und die Zukunftstrends

Laut Thomas Rappold, einem exzellenten Kenner der Technologieszene, ist die Wettbewerbsstellung im jeweiligen Markt ein wichtiges, wenn nicht das wichtigste Kriterium für den Erfolg von digitalen Plattformen. Daher rät der schwäbische Internet-Unternehmer und Erfinder des „Value-Investing“ in Technologieaktien Anlegern, nur in die Nummer eins zu investieren.

Bildquelle: Pressefoto Amazon

Die Gewinner würden sich in der Regel dadurch auszeichnen, dass sie das größte Online-Warenangebot, die meisten Kunden und damit auch das höchste Transaktionsvolumen vereinen würden. So würde eine positive Spirale entstehen, die immer neue Kunden und Produktanbieter anzieht, was zu großen Reichweiten und Marktanteilen führen würde.

Zumal Plattform-Unternehmen wichtige Trends wie die Digitalisierung und die Einführung des mobilen Internets der 5. Generation (5G) geradezu in die Karten spielen. Genauso wie die Corona-Krise. Diese hat einige dieser Trends wie die Digitalisierung unseres Alltags zusätzlich verstärkt.

„Corona war und ist ein gigantischer Digitalisierungsbeschleuniger und damit eine Art Konjunkturlokomotive für die Plattform-Unternehmen. Apple als führende Mobilplattform profitiert von mehr verkauften Geräten durch Home Office und Home Schooling, Microsoft vom Wachstum in der Cloud und PayPal vom stark ansteigenden Online Bezahlvolumen“, sagt Thomas Rappold.

FAZIT

Wer als Anleger gleich von der Entwicklung einer Vielzahl von Plattform-Unternehmen profitieren möchte, sollte einen Blick auf das Vontobel Open-End Partizipationszertifikat auf den Solactive Smart Platform Economy Index (WKN: VQ11SP / ISIN: DE000VQ11SP4) werfen. Der Smart Platform Economy Index ist unter anderem das Ergebnis von Thomas Rappolds jahrelanger Arbeit, in der die Finanzkennzahlen zur Auswahl von Tech-Unternehmen so perfektioniert wurden, dass die wirtschaftlich stärksten Plattform-Unternehmen im Index zum Zuge kommen. Neben den USA und Europa werden auch spannende Unternehmen aus den Wachstumsmärkten (Südost-) Asien und Lateinamerika berücksichtigt. Anleger, die das Einzelrisiko scheuen, sind mit diesem Index sehr gut aufgestellt, um nachhaltig von der Plattform-Ökonomie zu profitieren, sagt Rappold.

Open-End Partizipationszertifikat auf Solactive Smart Platform Economy Index
WKN VQ11SP
ISIN DE000VQ11SP4
Emissionstag 24. November 2020
Produkttyp Partizipationszertifikat
Emittent Vontobel

 


Echte Plattformunternehmen sind „The winner takes it all“ Unternehmen

Kurz nachgefragt bei…Thomas Rappold

 

Er ist ein exzellenter Kenner der Technologieszene. Der schwäbische Internet-Unternehmer gilt als Erfinder des „Value-Investing“ in Technologieaktien und hat dessen Bewertungskonzepte auf den Tech-Sektor übertragen.

 

Was sind die Erfolgsfaktoren von Plattform-Unternehmen?

Ein wichtiges, wenn nicht das wichtigste Kriterium für den Erfolg von digitalen Plattformen ist die Wettbewerbsstellung im jeweiligen Markt. Anleger sollten nur in die Nummer eins investieren. Die Gewinner zeichnen sich in der Regel dadurch aus, dass sie das größte Online-Warenangebot, die meisten Kunden und damit auch das höchste Transaktionsvolumen vereinen. So entsteht eine positive Spirale, die immer neue Kunden und Produktanbieter anzieht. Diese positive Spirale führt dann zu großen Reichweiten und Marktanteilen. Die damit verbundenen hohen Marktkonzentrationen wirken sich meist positiv auf die Unternehmenszahlen aus. Außerdem fallen die Bruttomargen aufgrund hoher Skalierungseffekte weit überdurchschnittlich aus. Investitionen in die Portal-Infrastruktur können auf einen überproportional höheren Transaktionsumsatz umgelegt werden.

Welche übergeordneten Trends begünstigen Plattform-Unternehmen?

Die Digitalisierung des privaten und geschäftlichen Lebens hat sich durch den Corona-Effekt nochmals deutlich beschleunigt. Was nicht digital ist, hat hart gesprochen keine Überlebenschance. Anders ausgedrückt: Was digital ist, ist resilient und damit für alle möglichen Zukunftsszenarien gerüstet. Technologisch begünstigt werden Plattformunternehmen durch die hohe Durchdringung von Smartphones und der damit verbundenen App-Economy. Als technologischer Beschleuniger kommt nun der neue Mobilfunkstandard 5G in der Breite an und sorgt so für die notwendige Geschwindigkeit. Darauf aufbauend etablieren sich ganz neue Geschäftsmodelle wie Social eCommerce, eine Paarung aus Live-Streaming, sozialem Netzwerk, eCommerce und mobilen Bezahlen.

Welchen Einfluss hat die Corona-Krise auf deren Geschäft?

Corona war und ist ein gigantischer Digitalisierungsbeschleuniger und damit eine Art Konjunkturlokomotive für die Plattformunternehmen. Apple als führende Mobilplattform profitiert von mehr verkauften Geräten durch Home Office und Home Schooling, Microsoft vom Wachstum in der Cloud und PayPal vom stark ansteigenden Online Bezahlvolumen und dem Einstieg ins Crypto Geschäft. Anders ausgedrückt: Plattformunternehmen drücken jetzt voll auf das Gaspedal und stoßen in ganz neue Umsatz- und Bewertungswelten vor und koppeln sich noch stärker von den Unternehmen klassischer Industrien ab.

Wie sind die Zukunftsaussichten der großen, bekannten Plattform-Unternehmen Apple, Amazon, Alphabet?

Die Aussichten sind weiterhin gut. Alle drei von Ihnen angesprochenen Unternehmen haben ihren eigenen Burggraben und ihre spezifische Wachstumsagenda. Bei Apple ranken sich Gerüchte um den Einstieg in das Autogeschäft und die Lancierung eines iCars, Amazon wird zum Allesverkäufer und wird den Einzelhandel weiter auf den Kopf stellen. Alphabet hat mit seinen „other Bets“ wie mit seiner Selbstfahrtochter Waymo noch viel vor. Alle tragen das alte Silicon Valley Motto weiter in sich: „Stay hungry, stay foolish“.

Werden Anti-Monopol-Bemühungen in Zukunft eine Rolle bei Plattform-Unternehmen spielen?

Interessanterweise rufen Plattformunternehmens sogar nach Regulierung. Stichwort autonomes Fahren. Grund dafür ist, dass Sie der Politik so weit technologisch enteilt sind bei Themen wie KI, Quantum Computing und autonomem Fahren, dass die Politik in der Gesetzgebung endlich durch Leitplanken-Gesetze aufholen muss. Sollte es zu Zerschlagungen von Tech-Unternehmen wie bei Amazon, Alphabet oder Alibaba und Tencent kommen, so sehe ich das wie viele Analysten sogar positiv für Aktionäre. Denn dann werden die tatsächlichen Werte der einzelnen Unternehmen offengelegt und die dürften deutlich höher sein, als die aktuellen Konglomerate. Beispiel: Wenn Amazon sein Cloud-Geschäft AWS abspalten würde, wäre dies sicherlich für Anleger nicht nachteilig. Siemens in Deutschland hat gezeigt, dass konsequente Abspaltungen in Summe für den Anleger sehr lukrativ sein können.

Gibt es eine neue Generation an Plattform-Unternehmen?

Ja definitiv. Die neuen Trends werden dabei von neuen Märkten wie Lateinamerika und Südostasien angestoßen. Zwei Beispiele: Meracdo Liebre, das Amazon Lateinamerikas ist eine Kombination aus Amazon und PayPal, sprich eCommerce und Payment in einem. Der nächste große Trend sind sogenannte „Super Apps“, dazu zähle ich Grab aus Südostasien, die eCommerce, social Media, Payment und Finanzdienstleistung in einer App anbieten.

Welche Plattform-Unternehmen sollten Anleger mit Blick auf den langfristigen Vermögensaufbau unbedingt kennen (und im Depot) haben?

Um diese Frage korrekt zu beantworten, haben wir den Smart Platform Index entwickelt. Da ich als Erfinder der Buffett-Methode für den Tech-Bereich gelte und die echten Plattform-Unternehmen starke Burggräben haben, ist es mir in jahrelanger Arbeit gelungen, die Finanzkennzahlen zur Auswahl von Tech-Unternehmen so zu perfektionieren, dass die wirtschaftlich stärksten Plattform-Unternehmen im Index zum Zuge kommen. Dazu gehört auch, dass wir neben den USA und Europa auch spannende Unternehmen aus den Wachstumsmärkten (Südost-) Asien und Lateinamerika berücksichtigen. Anleger, die das Einzelrisiko scheuen, sind mit diesem Index sehr gut aufgestellt, um nachhaltig von der Plattform-Ökonomie zu profitieren.



Bildquelle: Pixabay / Pexels

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