ROM/MOSKAU (dpa-AFX) - Fast einen Monat nach Aufdeckung eines Spionagefalls in Italien, bei dem zwei russische Diplomaten ausgewiesen wurden, hat Moskau nun einen Italiener zur unerwünschten Person erklärt. Ein Mitarbeiter des italienischen Militärattachés müsse innerhalb von 24 Stunden Russland verlassen, teilte das russische Außenministerium in Moskau mit.

Die italienische Regierung protestierte umgehend: "Wir halten die Entscheidung für unbegründet und ungerechtfertigt", schrieb das Außenministerium in Rom nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa am Montag. Italien habe mit der Ausweisung vor vier Wochen nur eine "legitime Maßnahme" zur Verteidigung der eigenen Sicherheit ergriffen.

Italien hatte Ende März einen russischen Militärangehörigen im diplomatischen Dienst und einen italienischen Marinekapitän wegen Spionageverdachts festgesetzt. Die beiden Männer seien bei einem heimlichen Treffen überrascht worden, teilten die Sicherheitskräfte in Rom mit. Insgesamt hatte Italien zwei russische Diplomaten ausgewiesen./pky/DP/mis