BERLIN (dpa-AFX) - Bei einer Demonstration von Corona-Kritikern in Berlin und deren Räumung hat die Polizei am Mittwoch 152 Teilnehmer vorübergehend festgenommen. Ihnen werden Verstöße gegen die Corona-Regeln sowie Angriffe auf Einsatzkräfte, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und versuchte Gefangenen-Befreiung vorgeworfen, wie die Polizei auf Twitter mitteilte.

Mehr als 8000 Demonstranten hatten sich am Mittwoch in der Nähe des Regierungsviertels auf der Straße des 17. Juni versammelt, um gegen die staatliche Corona-Politik zu protestieren. Der Bundestag beriet zur gleichen Zeit über die Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes, das inzwischen beschlossen wurde. Das Reichstagsgebäude und das Brandenburger Tor waren weiträumig abgesperrt.

Am Mittag ordnete die Polizei die Auflösung des Protestes wegen massiver Missachtung der Corona-Regeln an. Doch ein Großteil der Menge zog nicht ab. Über Stunden kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die immer wieder Störer aus dem Tiergarten zog, wohin ein Teil abgedrängt worden war.

Dabei wurden Polizisten angegriffen, es flogen auch Flaschen gegen Beamte. Zudem versuchten Teilnehmer laut Polizei Festgenommene zu befreien. Polizisten hätten Schläge und Tritte anwenden müssen. Eingesetzt wurde auch Pfefferspray.

Inzwischen versammelten sich Demonstranten in der Nähe von Schloss Bellevue. Es war eine weitere Versammlung angemeldet worden. Die Polizei war am Mittwoch mit einem Großaufgebot von rund 2200 Beamten im Einsatz. Die Hauptstadt-Beamten wurden von Kräften aus anderen Bundesländern sowie der Bundespolizei unterstützt./kil/ju/fdu/DP/nas