SEOUL (dpa-AFX) - In Südkorea hat am Mittwochmorgen (Ortszeit) die Wahl eines neuen Präsidenten begonnen. Knapp 44,2 Millionen Stimmberechtigte sind aufgerufen, den Nachfolger des sozialliberalen Politikers Moon Jae In zu bestimmen. Moon kann nach seiner fünfjährigen Amtszeit nicht noch einmal kandidieren. Die Umfragen der vergangenen Woche deuteten auf ein knappes Rennen zwischen dem Kandidaten der regierenden Demokratischen Partei, Lee Jae Myung, und dem konservativen Bewerber Yoon Suk Yeol von der oppositionellen Partei Macht des Volkes (PPP) hin. Der neue Staatschef beginnt seine Amtszeit im Mai.

Für die viertgrößte Volkswirtschaft Asiens hat die Präsidentenwahl eine enorme Bedeutung. Im Präsidialsystem des Landes laufen fast alle wichtigen Entscheidungen über das Staatsoberhaupt.

Yoon sieht gute Chancen auf einen erneuten Machtwechsel, nachdem die Konservativen bei der Wahl vor fünf Jahren eine deutliche Niederlage erlitten hatten. Yoon, der bis März 2021 noch Generalstaatsanwalt war, gilt als politischer Neuling. Lee, der bis zum vergangenen Oktober Gouverneur der nordwestlichen Provinz Gyeonggi war, hat sich zum Ziel gesetzt, die Politik des Landes zu erneuern.

Die Wahl wird von der zuletzt deutlich steigenden Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus überschattet. Wie schon bei der Parlamentswahl 2020 müssen die Wähler einen Mund- und Nasenschutz tragen, Einmal-Schutzhandschuhe überziehen, sich am Eingang der Wahlkabinen auf Fieber messen lassen und Abstand halten. Um auch infizierte Personen wählen zu lassen, sollen die Wahllokale noch anderthalb Stunden nach der sonst regulären Schließung um 18.00 Uhr (10.00 Uhr MEZ) geöffnet bleiben. Erste Ergebnisse werden in der Nacht oder am frühen Donnerstagmorgen erwartet./dg/DP/he