Wiesbaden (dpa) - Die Brutto-Einkommen sind in Deutschland im dritten Quartal dieses Jahres so stark gestiegen wie seit dem Sommer 2011 nicht mehr.

Der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betrug 3,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete.

Preisbereinigt hatten die Beschäftigten aber nur 1,5 Prozent höhere Reallöhne in den Taschen. Grund sind die zuletzt schneller gestiegenen Verbraucherpreise, die im dritten Quartal ein Plus von 2,1 Prozent in der Jahresfrist erreichten. So schnell waren die Preise für typische Waren und Dienstleitungen seit sechs Jahren nicht mehr gestiegen.

Höhere Reallohnsteigerungen als die aktuellen wurden wegen der niedrigeren Inflationsraten zuletzt in den Jahren 2016, 2015 und 2014 erreicht. Auch für das Gesamtjahr 2018 zeichnet sich nach drei positiven Quartalen ein Reallohnzuwachs ab. Zuletzt hatte es 2013 leichte Rückgänge gegeben.

In einer Langfristbetrachtung zeigt sich, dass Ostdeutschland bei den Löhnen etwas aufgeholt hat. Dort stiegen die Bruttolöhne im Zeitraum zwischen 2007 und 2017 mit 31,4 Prozent schneller als im Westen mit 25,2 Prozent. Die Verbraucherpreise legten in dieser Periode nur um 13,7 Prozent zu, so das Bundesamt. Es bleibt aber bei deutlichen Einkommensunterschieden: Ohne Sonderzahlungen kam ein ostdeutscher Vollzeitbeschäftigter im dritten Quartal 2018 monatlich auf 3173 Euro brutto gegenüber 4013 Euro im Westen.

Mitteilung Destatis