OELDE (dpa-AFX) - "Die Glocke" zur Weltnaturschutzkonferenz:

"Man sollte mal, man müsste doch - die Erklärung der Weltnaturschutzkonferenz im chinesischen Kunming strotzt vor Konjunktiven und Worthülsen. Da werden Sorgen geäußert und Aufrufe begrüßt, wird guter Wille bekundet und dringendes Handeln gefordert. Doch verbindliche Selbstverpflichtungen oder greifbare Zielvorgaben? Fehlanzeige! Die Vertreter der 196 Vertragsstaaten, die bisher die UN-Konvention zur biologischen Vielfalt unterzeichnet haben, liefern ein wortreiches, aber inhaltsarmes Zeugnis ihrer Hilflosigkeit ab - und das weltweite Artensterben geht derweil ungebremst weiter. Im Frühjahr 2022 wollen die Staaten ein (schon jetzt als wenig bindend geltendes) Rahmenabkommen verabschieden, das - hört, hört - konkrete Schritte und Wege im Kampf gegen den Artenschwund umfasst. Doch Zweifel sind angebracht, dass leeren Phrasen plötzlich volle Maßnahmenkataloge folgen."/yyzz/DP/he