FRANKFURT (dpa-AFX) - "Frankfurter Rundschau" zu Reisen in Zeiten von Corona:

"Die Gesundheitsminister der Länder haben sich nicht auf einen einheitlichen Umgang mit Reisenden aus den Lockdown-Kreisen einigen können. Dabei ist eine Lehre aus den ersten Pandemie-Monaten, dass staatliche Beschränkungen wirkungsvoll sind und akzeptiert werden, wenn sie bundesweit gelten. Hinzu kommt: Der Beschluss von Bundesregierung und Ministerpräsidenten, bei Überschreitung der Grenze von 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner einen Lockdown zu verhängen, stammt von Anfang Mai. Es ist blamabel, dass es die Politik nicht geschafft hat, das Problem der Reisenden aus den betroffenen Gebieten eindeutig zu regeln. Mobilität ist kein Randthema. Das erneute Herunterfahren des öffentlichen Lebens trifft die Menschen hart. Sie sind zu Recht sauer, zumal der Ausbruch nicht auf ihr Verhalten zurückzuführen ist, sondern auf ein perverses System einer ausbeuterischen Fleischindustrie, die das Land mit billigen Produkten versorgt."/al/DP/nas