FRANKFURT (dpa-AFX) - "Frankfurter Rundschau" zur Debatte über den Lockdown:

"Wirklich ärgerlich, ja empörend aber ist, dass sich viele Regierungschefs auch jetzt noch weigern, konsequent zu handeln. Obwohl sie nicht nur das Recht, sondern die Pflicht dazu haben, Unheil von ihren Ländern abzuwenden, warten sie auf die Initiative des Bundes und die Abstimmung untereinander. Gegen ein gemeinsames Vorgehen wäre wenig zu sagen, wenn die Lage vielerorts nicht so dramatisch wäre. Wie es anders und besser geht, hat Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer bewiesen - allerdings in höchster Not. Auch der CDU-Politiker hat in der Pandemie Fehler gemacht, die hohen Infektionszahlen im Freistaat sprechen eine deutliche Sprache. Inzwischen sind Sachsens Kliniken an der Belastungsgrenze, täglich werden Patienten ausgeflogen. Die Lage ist nicht nur in Sachsen, sondern auch in vielen anderen Bundesländern hochgefährlich. Und zwar bereits jetzt. Wer angesichts der Dramatik bis Weihnachten warten will, eher er gegensteuert, handelt nicht mehr fahrlässig. Sondern mit Vorsatz."/ra/DP/nas