DÜSSELDORF (dpa-AFX) - "Handelsblatt" zum Corona-Krisenmanagement von Bund und Ländern:

"Dem Bürger mag es egal sein, ob Schulklos von Bund, Land oder der Kommune finanziert werden. Doch das föderale Finanzchaos verwischt Verantwortlichkeiten, verschlechtert dadurch die Ausgabenkontrolle durch die Rechnungshöfe und droht den Bundeshaushalt zu überfordern. Das alles ist nicht im Interesse des Steuerzahlers. Eigentlich wäre es an der Zeit für eine Föderalismusreform. Doch was sollte sie bringen, außer wieder mehr Geld für die Länder? Es wäre schon viel gewonnen, wenn die Bundespolitik aufhören würde, den Ländern das eigene Geld aufzudrängen und die Länder die politische Verantwortung für ihre Zuständigkeiten besser wahrnehmen würden. Deutschland wurde nach dem Krieg föderal organisiert, um ein Bollwerk gegen einen allmächtigen Einheitsstaat zu schaffen. Gerade hat man aber eher den Eindruck, es verhält sich andersherum: Die Länder bilden ein fiskalisches Bollwerk, dem sich der Bund auch noch selbst ausliefert."/ra/DP/nas