LEIPZIG (dpa-AFX) - "Leipziger Volkszeitung" zu Afghanistan:

"Tatsächlich forcieren die Taliban die inländische Gewalt, ein Abkommen mit der Regierung ist nicht in Sicht. Der Kampf um die Macht wird in Afghanistan wie stets in den letzten Jahrzehnten blutig ausgefochten. Die Warlords sind ebenfalls noch da. Es ist daher zwar richtig, dass die Nato ihren Einsatz abermals verlängern will. Freilich dürfte dies zu neuen Bedrohungen für die westlichen Truppen führen; schließlich haben die Taliban etwas anderes erwartet. Ohnehin bleibt schleierhaft, was Ende des Jahres grundsätzlich anders sein soll als jetzt. Denn die Taliban haben, was die Nato-Partner nicht haben: Zeit, viel Zeit, und nichts zu verlieren. Die Flüchtlingsströme geben jedenfalls ein beredtes Zeugnis des westlichen Scheiterns ab. Zuletzt haben jährlich etwa 100.000 Menschen das Land verlassen, davon knapp 10.000 in Richtung Deutschland."/yyzz/DP/he