MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der "Münchner Merkur" zu Merz/CDU:

"Mit der abermaligen Verschiebung ihrer Vorsitzendenwahl hat sich die CDU in die womöglich tiefste Krise ihrer Geschichte katapultiert. Zu Recht sieht sich Friedrich Merz um seine Chancen betrogen, und mit ihm die halbe Partei. Die Entrüstung des CDU-Establishments darüber, dass der 64-Jährige seinen Zorn jetzt auch offen zeigt, ist scheinheilig und dient vor allem dem Zweck, den von den Mächtigen der Partei ungeliebten Kandidaten erst recht ins Abseits zu drängen. Eine Urwahl durch die Parteimitglieder wird nicht mal erwogen. Lieber wird ein für das gesamte Land bedeutsamer Wahlakt, die Kür des Vorsitzenden der Kanzlerpartei, auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben. Das ist eine schwere demokratische Zumutung in einer Zeit, da die Pandemie schon die Parlamente außer Gefecht setzt."/yyzz/DP/fba