MÜNCHEN (dpa-AFX) - "Münchner Merkur" zu Olaf Scholz:

"Der Holocaust-Skandal reiht sich für Olaf Scholz ein in eine Serie von Pannen, Affären und Glücklosigkeiten. Für ihn selbst und für das von ihm regierte Land wird das langsam zum Problem. Gerade ist der Ampelregierung die Gasumlage in Brüssel um die Ohren geflogen. Statt kraftvoll zu führen, dem Land den Weg aus der größten Krise der Nachkriegszeit zu weisen, kämpft Scholz mit seiner eigenen Krise, holt ihn die Cum-Ex-Steuerabzockaffäre ein. Der Kanzler kommt nicht in Form in einem Moment, in dem das Land einen Kanzler in Bestform bräuchte, schon um die Fliehkräfte in seiner sehr heterogenen Dreierkoalition zu bändigen. Atom, Steuerentlastung, Tempolimit: Die Ampel tut sich schwer, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Die von der Energiepreisexplosion geplagten Bürger haben genügend eigene Sorgen. Eine Regierung, die sich vor allem mit sich selbst beschäftigt, ist das Letzte, was das Land in diesen Kriegszeiten braucht."/yyzz/DP/nas