FRANKFURT/ODER (dpa-AFX) - "Märkische Oderzeitung" zu Kinderrechten/Grundgesetz:

"Bei genauerem Hinsehen tun sich jedoch beim Thema Kinderrechte gewaltige politische - auch ideologische - Gräben auf. Insofern verwundert es nicht, dass die angestrebte Gesetzesänderung nun geplatzt ist. Die Hauptkontrahenten sind die Union und die Grünen; die Zustimmung Letzterer ist nötig, damit die in Bundestag und Bundesrat benötigte Zweidrittelmehrheit zustande kommt. Doch wie soll eine Übereinkunft aussehen, wenn es CDU/CSU vor allem darauf ankommt, bei Fragen, die Kinder und Jugendliche betreffen, die "Erstverantwortung der Eltern" festzuschreiben, die Grünen dagegen die Beteiligungsrechte des Nachwuchses betonen. Vor allem: Was sollen diese Beteiligungsrechte genau sein: Sind Kinder- und Jugendparlamente damit gemeint, was völlig in Ordnung wäre? Oder sollen unter 18-Jährige etwa selbst darüber entscheiden dürfen, ob sie ihr Geschlecht umwandeln beziehungsweise vorbereitende Medikamente einnehmen? Solches würde durch das Grünen-Gesetz - zumindest theoretisch - möglich, weshalb die Union zu Recht auf Distanz geht."/be/DP/he