FRANKFURT/ODER (dpa-AFX) - "Märkische Oderzeitung" zu Russland:

Egal, wie man Wladimir Putin sieht; er ist ein Meister darin, unklare Bedrohungen zu schaffen. Vor sieben Jahren schickte er getarnte Söldner in die Ostukraine; Konflikte in anderen Grenzbereichen seines Landes hält er bewusst am Köcheln. Das Muster der Gegenseite ist ebenso klar: Die Nato setzt auf Gesten der Abschreckung, um Putin von Eskalationen abzubringen. Im Fall der Ukraine droht nun der ultimative Test: Wäre die Nato bereit, das Land militärisch zu unterstützen, wenn Russland tatsächlich dort einmarschierte? Denn die Ukraine gehört dem Militärbündnis nicht an. Was meint der scheidende Bundesaußenminister Heiko Maas also, wenn er von einem "hohen Preis" spricht, den Russland im Fall eine Aggression zahlen müsste? Ein erneutes Ausdünnen diplomatischer Kontakte, weitere weitgehend wirkungslose Sanktionen, einen Stopp von Nord Stream 2? Oder einen Krieg? Beiden Seiten muss klar sein, dass den Preis dafür möglicherweise ganz Europa zahlen müsste./yyzz/DP/mis