MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der "Münchner Merkur" zu Ukraine/Gasturbine:

"Bei allem Verständnis für Selenskijs Wunsch nach maximaler Härte gegen Moskau: Auch dem Kriegsopfer Ukraine ist am Ende nicht geholfen, wenn sein Unterstützer Deutschland sich selbst ins Knie schießt. Bilder von frierenden deutschen Rentnern, die im Winter in Turnhallen untergebracht werden, würden nur Putin helfen. Doch so weit wird es mit etwas Glück nicht kommen. Moskau hat auch jetzt noch ein gewisses Interesse daran, sich als Gas-Lieferant nicht vollends unmöglich zu machen. Dreht der Kreml nach den etwa zehntägigen Wartungsarbeiten an der Pipeline Nord Stream I den Europäern den Gashahn wirklich dauerhaft zu, verliert er sein wichtigstes Druckmittel. Und seinen Spaß hatte Putin mit seinem Katz-und-Maus-Spiel schon jetzt. Schön wäre es, wenn die Ampel daraus jetzt auch die richtigen Schlüsse zöge. Deutschlands Lage ist so prekär, dass es im Winter auf keine seiner wenigen verlässlichen Energiequellen verzichten kann, auch nicht auf die drei letzten Atommeiler."/be/DP/men