PASSAU (dpa-AFX) - "Passauer Neue Presse" zu Woelki/Rücktrittsdebatte:

"Es nimmt sich sonderbar aus, wenn der Mann, der monatelang zur Jagd getragen werden musste, der sich gerne als verfolgte Unschuld inszenierte, der eine massive Welle von Kirchenaustritten provozierte, nun plötzlich als Chefaufklärer in Erscheinung tritt. Ein derart abrupter Rollenwechsel erweckt Misstrauen. Wenn es Kardinal Woelki wirklich ernst ist damit, dieses dunkle Kapitel der katholischen Kirche für sein Bistum gründlich auszuleuchten und Weichen für die Zukunft zu stellen, dann sollte er nach dem Impuls, den er tatsächlich, aber gezwungenermaßen gesetzt hat, den Mut aufbringen, loszulassen. Neue, unverbrauchte Kräfte können das Werk glaubwürdiger vollenden. Träte Woelki zurück, dann wäre das keinesfalls nur ein kurzatmiges Symbol, sondern ein Zeichen von Einsicht und innerer Bereitschaft zur Umkehr."/ra/DP/he