HEIDELBERG (dpa-AFX) - "Rhein-Neckar-Zeitung" zu Hanau:

"Der Täter, Tobias R., besaß trotz psychischer Erkrankung seit 2013 eine Waffenbesitzkarte. Sie wurde später verlängert, obwohl er 2019 eine von rassistischer Hetze und wirren Verschwörungstheorien durchtränkte Strafanzeige stellte, weil er sich von ausländischen Geheimdiensten verfolgt wähnte. Kurz vor der Tat schrieb er in einem Pamphlet von der "Vernichtung" bestimmter "Rassen" und ließ den Text den Behörden zukommen - doch auch jetzt fühlte sich niemand bemüßigt, etwas zu unternehmen. Während der Tat war dann der Notruf nicht erreichbar. Die Erklärung der Polizei, er sei überlastet gewesen, wirkt befremdlich bis zynisch. Auch die Rolle des Vaters des Täters wirft Fragen auf. Wie sein Sohn neigte auch er zu rassistischen Verschwörungstheorien, nach der Tat beschimpfte er die Opfer. Trotzdem kam die Bundesanwaltschaft nicht auf die Idee, von sich aus wegen möglicher Mittäterschaft gegen ihn zu ermitteln. So gibt es bis heute noch viele Fragen zu den Versäumnissen von Polizei und Justiz. Aufklärung sieht anders aus."/yyzz/DP/he