HEIDELBERG (dpa-AFX) - "Rhein-Neckar-Zeitung" zu Laschet:

"Seit Gerhard Schröder ist es üblich, dass die Kanzlerkandidaten die Nebenbuhler nie, aber auch wirklich nie im Wahlkampf namentlich erwähnen, geschweige denn sich an ihnen abarbeiten. Laschet aber lässt sich im Vergleich mit der Spitzenkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, zu dem Satz hinreißen: "Sie redet. Ich handle". Der Aachener reißt damit alle Regeln der "asymmetrischen Demobilisierung" ein, mit deren Hilfe Merkel bis zuletzt erfolgreich das Kanzleramt verteidigte. Vielleicht ist das der entscheidende Punkt, der Laschet im Herbst doch noch zum Sieg verhelfen kann: Er geht aufs Ganze, pfeift auf den politischen Neutralisierungszirkus. So gesehen könnte der Wahlkampf doch noch spannender werden als gedacht. Freilich nur, wenn die Union auch mitzieht."/ra/DP/he