KOBLENZ (dpa-AFX) - "Rhein-Zeitung" zu Söder/CSU-Parteitag:

"Söders Auftritt reicht nicht als Beweis dafür, dass sich hier jemand auf die Kanzlerschaft vorbereitet. Denn die Corona-Krise, die Söder nach oben gespült hat, ist endlich und zugleich sehr dynamisch. So stellt sich die Frage, ob bedächtige und umsichtige Krisenmanager wie Söder im Herbst oder Winter noch gefragt sind, wenn eine zweite Welle erneut zu erheblichen Grundrechtseinschränkungen führen könnte, gegen die es deutlich mehr Widerstand geben dürfte. Wer bei Söder an das Krisenmanagement Helmut Schmidts während der Sturmflut im Jahr 1962 erinnert, das ihn zum Kanzler prädestiniert hat, der übersieht zweierlei: Erstens brauchte es zwölf Jahre, bis Schmidt notgedrungen zum Krisenkanzler wurde. Und zweitens dürfte in der Union noch immer die CDU das erste Zugriffsrecht auf das Kanzleramt haben. Nur wenn Laschet oder Friedrich Merz scheitern sollten, wäre der Weg für Söder frei. Notgedrungen."/al/DP/he