MÜNCHEN (dpa-AFX) - "Süddeutsche Zeitung" zu Corona-Politik:

"Auch wenn nach den endlosen Corona-Debatten die Hemmschwelle groß ist, den Bürgern wieder etwas Neues zuzumuten: In Wahrheit ist die heutige Einteilung der Deutschlandkarte in Hotspots ein Mittel von gestern. Was bei warmen Temperaturen sinnvoll war, ist mit Beginn der kalten Jahreszeit unvernünftig. Heute handelt es sich, nach allem, was man weiß, bei dem Virus wieder um eine bundesweite Bedrohung, die bereits schneller um sich greift als erwartet. Die Ressourcen des Gesundheitssystems werden absehbar knapp. Das müssen Politiker den Bürgern ehrlich sagen, bevor es zu spät ist. Die Botschaft lautet: In den kommenden Monaten wird es für alle weniger Freiheiten geben, und zwar auch in Regionen, die bislang vom Virus verschont geblieben sind. Die Ministerpräsidenten werden über kurz oder lang einen Strategiewechsel einräumen müssen. Ihr gerade eingeschlagener Weg der selektiven Übernachtungsverbote führt nicht zum Ziel."/yyzz/DP/nas