MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die "Süddeutsche Zeitung" schreibt zu Freiheitsrechten in Zeiten von Krisen:

Freiheitliche Gesellschaften sind keine Selbstverständlichkeit, wie immer wieder schmerzlich deutlich wird. Der demokratische Staat sollte Freiheitsrechte nicht leichtfertig hintanstellen, gleich ob in der Seuchenbekämpfung oder zur Abwehr von Terror und Verbrechen. Um bei Corona zu bleiben: Eine Impfpflicht für alle Bürger, worüber immer wieder diskutiert wird, passt sehr schlecht zur verbürgten Freiheit des Individuums. Es muss jedem und jeder weiterhin freistehen, sich impfen zu lassen oder nicht, als Ausdruck einer freien Willensentscheidung. Wer diese gegen eine Impfung fällt, darf dann aber auch nicht klagen, die Geimpften genössen mehr Freiheiten oder "Privilegien", wie das törichte Modewort der Beleidigten aller Couleur lautet. Man kann nicht auf der einen Seite maximale Freiheit verlangen, auf der anderen Seite aber von der Gesellschaft erwarten, dass sie jedem die Folgen eigener freier Entscheidungen erspart./al/DP/eas