MÜNCHEN (dpa-AFX) - "Süddeutsche Zeitung" zu Protest während des Ungarn-Spiels:

"Es wäre gut gewesen, mit Regenbogen-Aktionen schon zum Frankreich- und Portugal-Spiel aufzuwarten. Dann wären sie das gewesen, was sie sein sollten: ein Bekenntnis zu Grundwerten. So gerieten sie zu einem Spektakel, halb Grundwerte-Demo, halb Anti-Orbán-Demo - das man auch als Anti-Ungarn-Veranstaltung empfinden konnte. Warum nur begannen die Zuschauer zu pfeifen, als die ungarische Hymne begann? Warum lief der Mann mit der Regenbogenfahne exakt in dem Moment los? Es fällt offenbar schwer, vor lauter Begeisterung über sich selbst Feingefühl zu bewahren. Wozu nun definitiv Anlass wäre: das eigene Land zu inspizieren. Darf sich ein schwuler Spieler des FC Bayern oder von Borussia Dortmund (unterstellt, dass es ihn gibt) nun zum Outing ermutigt fühlen? Könnte er sich darauf verlassen, in diesem Regenbogenland unverspottet zu bleiben? Wird die CSU im nächsten Wahlkampf der FDP wieder vorhalten, sie wolle "unseren Kindern" gleichgeschlechtliche Partnerschaften "offensiv" als normal präsentieren?"/DP/jha