MÜNCHEN (dpa-AFX) - "Süddeutsche Zeitung" zu steigenden Corona-Inzidenzwerten:

"Statt endlich beim Schutz der Kinder Ernst zu machen, wird in vielen Regionen die Maskenpflicht an Schulen zurückgenommen, und die Schnelltests werden oft nur noch halbherzig abgewickelt. In Kindergärten wird gar nicht erst flächendeckend getestet. Die Fußballstadien sind voll; und warum eigentlich noch Home-Office, fragen sich viele. In dieser sich Lage wäre es gut, wenn wenigstens aus der Politik eindeutige Ansagen kämen. Doch was kommt, sind irritierende Signale. Erst stößt Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn die Debatte um ein Ende der "Epidemischen Lage von nationaler Tragweite" an, wenige Tage später mahnt er zur Vorsicht, damit die Belastung in den Krankenhäusern nicht steigt, fordert einen "Booster-Gipfel" und die Wiedereröffnung von Impfzentren. Man kann darüber diskutieren, ob das juristische Konstrukt der "epidemischen Lage" noch nötig ist, um die Infektionswellen zu brechen. De facto aber tobt das Virus weiter. Der Winter kommt. Wie schlimm er wird, entscheidet sich in diesen Tagen."/al/DP/jha