MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die "Süddeutsche Zeitung" zu vollen Fußballstadien:

"Die störrisch-egoistische Uefa und regionale Behörden und Politiker haben Massenaufläufe in Stadien nicht nur zugelassen, sondern gefördert. Während Konzerte, Theater und Kino vielerorts noch verboten oder nur eingeschränkt möglich sind, üben in Budapest mehr als 50 000 Zuschauer den Schulterschluss. Im Wembley-Stadion sollen es zum Halbfinale - parallel zur steigenden Inzidenz in London - sogar 60 000 werden. Wer das kontinentale Fußballfest zum Virenfest macht, muss sich nicht wundern, wenn bald die Nachspielzeit der Pandemie beginnt. Eine wichtige Lektion aus der Seuchenzeit ist eineinhalb Jahre alt, droht aber schon wieder in Vergessenheit zu geraten: Die jeweils aktuellen Zahlen laufen dem tatsächlichen Geschehen um Wochen hinterher. Die Fußball-EM könnte sich bald als Virenschleuder erweisen. Den meisten Menschen wird dieser eventuelle Anstieg der Inzidenz zwar nichts anhaben, für die Ungeimpften und Verletzlichen bedeutet er jedoch eine Bedrohung."/yyzz/DP/men