MÜNCHEN (dpa-AFX) - "Süddeutsche Zeitung" zum EU-China-Gipfel:

"Die Bundesregierung ist der Meinung, dass sie mit Hilfe eines Investitionsabkommens und einer diplomatischen Offensive einen alternativen Weg finden könnte. Während die USA zwischen radikaler Entflechtung (Trump) und ökonomischem Football mit ideologischen Scheuklappen (Biden) schwanken, glaubt die EU an die Kraft von Verträge und die Vernunft. Das ist nicht unvernünftig, zumal China ein Interesse hat, die EU aus dem aufgewühlten Kielwasser der USA herauszuhalten. Doch ist das realistisch? Für eine Antwort reicht ein Blick auf die wichtigsten Grundsätze, die jede offizielle Proklamation in China begleiten: ein Land, eine Partei, unter einer Führung. Staatsideologie und Wirtschaftsprogrammatik sind eng verknüpft wie noch nie. Autarkie und Dominanz sind Zielvorgaben, die jeder deutsche Mittelständler mit einem Partnerunternehmen in Henan in Euro- und Cent-Verlust spüren wird. China kopiert das deutsche Exportmodell und will die Abhängigkeiten vom Ausland beenden. Bei diesen Vorgaben ist es schwer, an eine klassische Verhandlungslösung zu glauben."/yyzz/DP/nas