MÜNCHEN (dpa-AFX) - "Süddeutsche Zeitung" zum Tod von Frederik Willem de Klerk:

"Als Frederik Willem de Klerk den Nobelpreis erhielt, sahen viele in ihm eine Art Friedensengel, den letzten weißen Präsidenten Südafrikas, der aus den Fehlern der Geschichte gelernt hatte und nun der anderen Seite, der schwarzen Bevölkerung, die Hand reichte in der Hoffnung auf Versöhnung und eine echte gemeinsame Zukunft. Geschichte ist oft erst aus der Distanz zu verstehen. In den Nachrufen auf de Klerk findet sich nur noch wenig Heldenhaftes. De Klerk war kein idealistischer Reformer, eher ein Pragmatist, der den Lauf der Zeit richtig deutete, erkannte, dass die Apartheid am Ende war: ein erschöpftes System, isoliert in der Welt, ökonomisch am Boden, verfilzt und nur noch mit immer mehr Gewalt aufrechtzuerhalten. Was die Apartheid und die Jahrhunderte der Unterdrückung davor gemacht haben mit der schwarzen Bevölkerung, das schien de Klerk nie verstanden zu haben. Mit dieser Uneinsichtigkeit steht de Klerk auch stellvertretend für einen Teil der weißen Bevölkerung."/yyzz/DP/he